Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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geſtern Abend ein geſchwaͤziger Burſche, Namens Gutdienſt, der verlangte, man ſolle fruͤh bei Tagesanbruch um Euret⸗ willen den Ausrufer durch die Stadt gehen laſſen. Er ſagte mir, wer Ihr waͤret, und wie Ihr aus Eures Vaters Hauſe weggeſchlckt worden ſeyet, weil Ihr nicht Theil am Geſchaͤfte haͤttet nehmen wollen, und damit Ihr Eure Fa⸗ milie nicht in Schande braͤchtet durch den Auftritt auf dem Theater. Ein gewiſſer Hammorgaw, unſer Vorſaͤnger, brachte ihn her, und fagte, er ſey ein alter Bekannter von ihm. Aber ich ſchickte ſie beide derb heim, daß ſie mir an einem ſolchen Abend mit ſolchen Dingen kaͤmen. Ich ſehe nun, daß er ein Narr iſt, und ganz falſch daran mit Euch. Ihr gefallt mir, fuhr er fort,ich habe jeden gern, der ſeinen Freunden beiſteht in der Noth, ich thue dieß ſelbſt, und ſo that es auch mein Vater, der Zunftmeiſter, Ruhe und Friede ſey mit ihm. Aber mit den wilden Hoch⸗ laͤndern ſolltet Ihr Euch nicht einlaſſen. Kann man Pech angreifen, ohne ſich zu beſudeln? Das merkt Euch. Freilich, der Beſte und Kluͤgſte kann irren. Einmal, zwei⸗ mal und dreimal bin ich ausgeglitten dieſe Nacht, und habe drei Dinge gethan, mein Vater wuͤrde es nicht glauben, wenn er wfeder kaͤme, und ſaͤhe es.

Unterdeſſen waren wir an die Thuͤre ſeines Hauſes gekommen. Er hielt auf der Schwelle an und gieng in ei⸗ nen feierlichen Ton tiefer Zerknirſchung uͤber:Erſtlich habe ich an meine Seſchaͤfte gedacht am Feſttag, zwei⸗ tens habe ich Sicherheit geleiſtet fuͤr einen Englaͤnder, und drittens und letztens habe ich, lelder! einen Uebelthaͤter aus dem Gefaͤngniß entkommen laſſen. Ader es gibt Balſam in Giilead, Herr Osbaldiſtone, Mattie, ich kann mich ſeldſt zurecht finden, leuchte du dem Herrn