Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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93 Fuͤbrung des Schwertes, das er mit großer Geſchicklichkelt handhabte. Dieſer Mangel an Ebenmaaß nahm ihm den ſonſt wohl begruͤndeten Anſpruch auf maͤnnliche Schoͤnheit, und gab ſeinem Aeußern etwas wildes, unregelmaͤßiges, faſt moͤchte man ſagen, unheimliches, und erinnerte mich unwillkuͤrlich an die Erzaͤhlungen meiner Amme von den alten Picten, die einſt Northumberland verheerten, und ihren Sagen zufolge halb Kobolde, halb Menſchen waren, die ſich, gleich dieſem Manne, durch Muth, Verſchlagen⸗ heit, Wildheit, lange Arme und breite Schultern auszeich⸗ neten.

Wenn ich an die Umſtaͤnde dachte, unter denen ich fruͤher mit ihm zuſammengetroffen war, ſo konnte ich nicht zweifeln, daß der Brief höchſt wahrſcheinlich an ihn ſei. Er hatte eine ausgeze ichnete Rolle unter den geheimniß⸗ vollen Perſonen geſpielt, uͤber welche Diana einen Einfluß auszuuͤben ſchien, und die wieder auf ſie Einfluß hatten. Der Gedanfe war mir reinlich, daß das Schickſal eines ſo llebenswuͤrdigen Weſens mit dem Schickſale ſolcher verzwei⸗ felten Menſchen verflochten ſeyn ſollte, und doch konnte ich nicht wohl daran zweifeln. Von welchem Nuzenkonnte in⸗ des dieſer Mann fuͤr die Augelegenheiten meines Vaters ſeyn? Nur eins konnte ich mir vorſtellen. Raſhleigh hatte auf Dianas Zureden gewis Mittel gefunden, dieſen Campbell zur Stelle zu ſchaffen, als ſeine Gegenwart noth⸗ wensig war, um mich von Morris Anklage zu befreien. War es nicht moͤglich, daß ihr Einfluß eben ſo auf Camp⸗ bell wirkte, um Raſhleigh zur Stelle zu ſchaffen? In die⸗ ſer Vorausſezung frazte ich, wo mein gefährlicher Vetter ſei, und wo ihn Herr Campbell geſehen habe. Seine Ant⸗ wort war etwas ausweichend.