Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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81 men mehr die Folge eines gaͤnzlichen Mangels an Zart⸗ gefuühl, als an wahrem Wohlwollen war, denn als Owen ſich etwas beleidigt daruͤber zeigt?, daß er ihm in ſeiner jetzigen Lage dieß ins Gedaͤchtniß zuruͤckrufe, nahm ihn der Glasgower bei der Hand, und ſagte:„Seyd guter Din⸗ ge! Meint Ihr denn, ich komme um zwoͤlf Uhr in der Nacht daher, bios um einem Gefallenen zu ſagen, daß er einmal ausgeglitten ſey? Nein, nein, das thut der Rathmann Jarvie nicht, und das that auch vor ihm ſein wuͤrdiger Vater der Zunftmeiſter, nicht. Nun! es iſt meine Regel, am Feſkag nicht an weltliche Geſchaͤfte zu denken, und obgleich ich that, was ich konnte, um mir Euern Brief, den ich dieſes Morgen erhielt, aus dem Kopf zu ſchlagen ſo dachte ich doch des ganzen Tag uͤber mehr daran, als an die Predigt.— Und es iſt meine Regel, genau um zehn Uhr in das Bett mit den gelben Vorhaͤngen zu gehen, außer, wenn ich einen Fiſch mit ei⸗ nem Nachbar eſſe, oder ein Nachbar mit mir,— fragt nur das Maͤdchen da, das iſt eine Grundregel in meinem Haushalte, und da bin ich nun gefeſſen, habe gute Buͤ⸗ cher geleſen und gegafft, als wollte ich die St. Enochs⸗ Kirche hinunter ſchlucken, bis es zwölf ſchlug, das war nun eine erlaubte Stunde, um einen Blick in mein Haupt⸗ bu h zu thun, und zu ſehen, wie die Sachen zwiſchen uns ſtuͤnden, und dann, ja die Zeit wartet auf keinen Menſchen, da ließ ich das Maͤdchen die Laterne nehmen, und kam geſchwinde meines Wegs daher, um za ſehen, was in Euern Angelegenheiten zu machen ſey. Rathmann Jurvie kann ſich Eingang ins Gefaͤngniß verſchaffen zu je⸗ der Stunde, bei Tag oder bei Nacht, und ſo konnte es 8 4 5. 4

W. Scoft's Werke. CII.