Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8⁰

ich draußen eine halbe Stunde warten muß,“ ſagte er zu dem Aufſeher, der ſich jetzt in ſehr unterwürfiger Stel⸗ lung an der Thuͤre zeigte. Ich poche an, um ins Ge⸗ faͤngniß zu kommen, wie die armen Leute pochen wuͤrden, um hinaus zu kommen!— Und was iſt das?— was iſt das? Fremde im Gefaͤngniß nach der Schließzeit! Das will ich unterſuchen, Stamhells, verlaßt Euch darauf.— Verriegelt die Thuͤre, ich will gleich mit dieſen Herren ſprechen,— aber erſt mit meinem alten Bekannten hier. — Herr Owen, Herr Owen, wie ſtehts um Euch?“

„Mit der Geſundheit leidlich, Herr Farvie, ich danke Euch,“ ſagte Owen langſam,„aber im Geiſte ſieht's be⸗ truͤbt aus.“ 4

„Glaubs, glaubs, ja, ja,— das iſt eine arge Ge⸗ ſchichte,— und für ſo einen, der den Kopf ſo hoch trug, — Menſchen, Menſchen, ja, ja,— wir koͤnnen alle fallen. Herr Osbaldiſtone iſt ein guter, wackerer Mann, aber er iſt ei⸗ ner von denen, ich habs immer geſagt, einer von denen die endlich anrennen mit den Hoͤrnern. Mein Vater, der wuͤrdige Zunft⸗ melſter, ſagte immer: Nick, Nick, ſtrecke deinen Arm nie ſo weit aus, daß duihn nicht leicht wieder zuruͤckziehen kannſt! Hoͤrſt du junger Nick!(mein Vater hieß Nicol, wie ich, und da nannten uns die naͤrriſchen Leute nur den jungen und den alten Nick.) Nun ſo habe ich auch zu Herrn Osbal⸗ diſtone geſagt, aber er nahm's nicht ſo gut auf, als es gemeint war,— gut war's gemeint.“

Dieſe Anrede mit wunderſamer Gelaͤufigkeit geſpro⸗ chen, und mit nicht geringer Selbſtgefaͤlligkeit, wie die Erinnerung an ſeinen Rath und ſeine Vorherſagungen be⸗ wieß, gab wenig Hoffnung auf Huͤlfe von der Hand des Herrn Jarvie. Doch bald zeigte es ſich, daß ſein Beneh⸗

men