78 Eurem ungluck! Gott hat es ſo gewollt, und der Menſch muß ſich unterwerfen.“
Ich war nicht ſtark genug, um nicht des ehrlichen Man⸗ nes Kummer zu theilen, und meine Thraͤnen waren um ſo bitterer, da mein Gewiſſen die ſtoͤrriſche Widerſezlich⸗ keit gegen den Willen meines Vaters, die der gutherzige Owen mir nicht vorwerfen wohte, mir als die Urſache des ganzen Ungluͤcks vor Augen ſtellte.
Waͤhrend dieſer Trauerſcene wurden wir durch ein lautes Pochen an der aͤußern Thuͤre des Gefaͤngniſſes geſtoͤrt und uͤber⸗ raſcht. Ich eilte an die Wendeltreppe, konnte aber nur die Stimme des Schließers hoͤren, der abwechſelnd bald laut den außen befindlichen Leuten antwortete, bald leis meinem Fuͤhrer zufluͤſterte.„Ich komme, ich komme;— o Herr, o Herr, was wollt Ihr jezt thun?— geht die Treppe hin⸗ auf und verbergt Euch hinter das Bett des Gefangenen. — Ich komme, ſo ſchuell ich kann.— O Himmel, es iſt der Oberrichter, und die Rathsherren und die Wache— und der Aufſeher kommt auch die Treppen herunter— Gott ſchuͤze Euch, geht hinauf, oder er trifft Euch.— Ich komme, ich komme, die Riegel ſind ſo verroſtet.
Waͤhrend Dougal widerwillig und mit ſo viel Zoͤgerung
als moͤglich, die mannigfachen Schloͤſſer und Riegel oͤffnete,
um die Anpochenden, deren Ungeduld laut wurde, einzu⸗
laſſen, eilte mein Fuͤhrer die Wendeltreppe herauf, und ſprang in Owen's Zimmer, wohin ich ihm folgte. Haſtig warf er dann ſeine Augen umher nach einem Orte, wo er ſich verbergen koͤnne, und ſagte dann zu mir:„Leiht mir Eure Piſtolen,— doch nein, ich brauche ſie nicht— was Ihr auch ſeht, achtet nicht darauf, und mengt Euch nicht in anderer Leute Haͤndel.— Das iſt meine Sache, und ich


