Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Als ich ſchwieg, that er einen Schritt gegen mich. Inſtinktmaͤßig trat ich zuruͤck, und legte die Hand an den Degen.

„Wie?“ ſagte er,„gegen einen Unbewaffneten und einen Freund?“

„Noch weiß ich nicht, ob Ihr das eine oder das an⸗ dere ſeyd,“ erwiederte ich;„und, die Wahrheit zu ſagen, Eure Sprache und Euer Benehmen koͤnnte mich berechtl⸗ gen, an beiden zu zweifeln.“

„Das iſt maͤnnlich geſprochen,“ ſagte mein Fuͤhrer; „und ich achte den, deſſen Hand und Kopf gleich bereit iſt. — Ich will frel und offen gegen Euch ſeyn,— ich fuͤhre Euch ins Gefaͤngniß.“ 3

„Ins Gefaͤngniß!“ rief ich aus.„Mit welchem Recht?

was hab ich begangen?— Mein Leben eher, als meine

Freiheit.— Ich biete Euch Trot, und gehe keinen Schritt weiter.“ 1

„Ich führe Euch nicht als Gefangenen dahin,“ ſagte er, und ſetzte hinzu, indem er ſich ſtolz in die Hoͤhe rich⸗ tete: nich bin weder ein Gerichtsbote, noch ein Haͤſcher. Ich fuͤhre Euch zu einem Gefangenen, aus deſſen Murde Ihr die Gefahr kennen lernen werdet, in der Ihr Euch jetzt befindet. Eure Fre heit iſt bei dieſem Beſuche nicht gefaͤhrdet, wohl aber die meinige, dennoch wage ich ſie friſch um Euertwillen, denn ich verachte Gefahr, und liebe ein junges Blut, das keinen Beſchuͤtzer kennt als den Degen.“ 1

Waͤhrend er ſo ſprach, hatten wir die Hauptſtraße er⸗

reicht, und ſtanden vor einem großen ſteinernen Gebaͤude, deſſen Fenſter, ſoviel ich bemerken konnte, mit eiſernen

Gittern verſehen waren.