Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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65— Ihr ſagt, Ihr fürchtet nichts, aber wenn Ihr wuaͤßtet, wer an Eurer Seite iſt, ſo moͤchte Euch doch ein kleines Zittern anwandeln.“ „Und warum denn? Ich wiederhole es, ich fuͤrchte nichts, das Ihr thun koͤnntet.“

„Das mag ſeyn. Aber fuͤrchtet Ihr nicht die Folgen, in Geſellſchaft eines Mannes geſunden zu werden, gegen den die Steine aufſtehen wuͤrden, wenn man ihnen ſeinen Namen zufluͤſterte,— auf deſſen Kopf die Haͤlfte der Ein⸗ wohner von Glasgow ihr Gluck grunden wuͤrden, wie auf einen gefundenen Schatz, wenn es ihnen gluͤckte, ihn am Kragen zu faſſen,— deſſen Verhaftnehmung eine ſo willkom⸗ mmaene Botſchaft in Edinburgh ſeyn wuͤrde, als je eine ge⸗ woonnene Schlacht in Flandern.“

3„Und wer ſeyd Ihr denn, deſſen Namen ein ſo tiefes Gefuͤhl des Schreckens erzeugen wuͤrde?“ fragte ich.—

„Kein Feind von Euch, da ich Euch an einen Ort führe, wo, wenn ich erkannt wuͤrde, Eiſen an den Fuͤßen und ein Strick um den Hals gar bald mein Loos ſeyn vuͤrde.“ 4 Ich hielt an und trat ſoweit zuruͤck, daß ich meinen Begleiter ſo genau betrachten konnte, als bei der geringen Helle moͤglich und hinreichend war, mich gegen jeden ploͤtzlichen Angriff zu ſichern.

„Ihr habt,“ antwortete ich,„zu viel oder zu wenig geſagt; zu viel, als daß ich auf Euch, einen Fremden, Ver⸗ trauen ſetzen koͤnnte, da Ihr, Eurem eigenen Geſtaͤndniß zufolge, den Geſetzen des Landes verfallen ſeyd, in dem wir uns befinden,— zu wenig, um mir zu zeigen, daß Ihr ungerechter Weiſe ihrer Strenge anheim gefallen ſeyd.“ 3 W. Scott's Werke. CII. 53