Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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„Koͤnnt Ihr mir dieſe Nachrichten nicht hier geben?“ „Ihr muͤßt ſie durch Eure Augen, nicht durch meine Zunge erhalten. Ihr muͤßt mir folgen, oder uͤber die Nachrichten, die ich Euch zu geben habe, in Ungewißbeit bleiben.“

In dem Benehmen des Mannes war etwas kurzes, beſtimmtes, ja finſteres, das nicht ſonderlich geeignet war, voͤlliges Zutrauen zu erlangen.

„Was fuͤrchtet Ihr? ſagte er ungeduldig.„Fuͤr wen glaubt Ihr, daß Euer Leben von ſoicher Wichtigkeit ſey, daß man Euch deſſen berauben ſollte?“

„Ich fuͤrchte nichts“ erwiederte ich feſt, doch etwas haſtig,„geht voran, ich folge Euch.“

Wir gingen gegen meine Erwartung wieder in die

tadt, und ſchluͤpften gleich ſtummen Geſpenſtern neben einander durch die leeren, ſchweigenden Straßen hin. Die bohen finſtern Vorderſeiten der Haͤuſer mit den mannig⸗ fachen Zierrathen und Fenſterſimſen erſchlenen bei dem ſchwachen Scheine des Mondes noch hoͤher und duͤſterer. Einige Minuten lang ſchwlegen wir ganzlich. Endlich ſprach mein Fuͤhrer. 1

„Fuͤrchtet Ihr Euch?“ 4

„Ich gebe Eure eigenen Worte zuruͤck,“ erwiederte ich, „warum ſoll ich mich fuͤrchten?“

„Well Ihr mit einem Fremden, vielleicht mit elnem Feinde geht, an einem Orte, wo Ihr keine Freunde und viele Feinde habt.“

„Ich faͤrchte weder Euch, noch ſie; ich bin j aͤſtis und bewaffnet.“ ke 7ch lung, tüͤſtin

„Ich bin unbewaffnet,“ erwiederte mein Fuͤhrer,„aber

das thut nichts, eine willige Hand bedarf keiner Waffe. Ihr