Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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3 57— Einfluß in Schottland beſaß;— ſie hatte mich mit einem Talisman verſehen, deſſen Kraft mir zu Gebot ſtand, wenn alle andern Mittel fehl ſchluͤgen,— wer ſonſt, als Diana Vernon beſaß Mittel, Kenutniß oder Neigung, die Gefahren abzuwenden, wovon, wie es ſchien, alle meine Schritte umgeben waren. Dieſe ſchmeichelnde Anſicht mei⸗ ner bedenklichen Lage draͤngte ſich immer wieder auf. Sie trat vor der Mahlzeit ziemlich bloͤde vor meine Seele, wurde maͤchtiger waͤhrend meines einfachen Mahls, und ſo muthvoll zudringlich in der darauf folgenden halben Stunde, (wozu vielleicht einige Glaͤſer koͤſtlichen Clarets das ihrige beirrugen) daß ich einen faſt verzweifelten Verſuch machte, dieſer verfuͤhreriſchen Lockung zu entgehen, indem ich Flaſche und Schuͤſſel wegſchob, meinen Hut nahm, und in die friſche Luft hinaus eilte, um meinen eigenen Gedanken zu entfliehen. Doch vielleicht gab ich eher dieſen Geſuͤhlen nach, denen ich entfliehen wollte, denn unmerklich nahm ich meinen Weg nach der Bruͤcke uͤber den Clyde, wo ich mit meinem geheimuizvollen Warner zuſammentreffen ſollte.

Obgleich ich meine Mahlzeit erſt nach dem Abendgot⸗ tesdienſt eingenommen hatte, wobei ich mich tbeils den religioͤſen Bedenklichkeiten meiner Wirthin, die zwiſchen den beiden Predigten kein warmes Eſſen auftiſchen wollte, theils der Ermahnung meines unbekannten Freundes folgte, mich bis zur Daͤmmerung in meinem Zimmer zu halten, ſo waren doch noch mehrere Stunden ubrig, bis zu der beſtimmten Zeit. Dieſe waren, wie man leicht denken kann, unangenehm genug, und ich bin kaum im Stande anzugeben, wie ſie voruͤbergiengen. Mehrere Grup⸗ pen, die ihren Geſichtern nach zu ſchließen der Heiligkeit des Tages einzedenk waren, giengen uͤber eine weite, of⸗