Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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3 56 Einbildungskraſt eines jungen Mannes, der noch dazu ein junger Dichter war..

Wenn Gefahren mich umgaben, wie die geheimniß⸗ volle Mittheilung andeutete, wie konnte ich ſie, oder die Mittel, ſie abzuwenden, kennen lernen, als wenn ich mei⸗ nen unbekannten Warner auffuchte, dem ich vernuͤnftiger⸗ weiſe nur wohlwollende Abſichten zuſchreiben konnte. Raſh⸗ leigh und ſeine Raͤnke kamen mir mehr als einmal ins Gedächtniß, aber meine Reiſe war ſo raſch geweſen, daß ich nicht annehmen konate, er habe ſchon von meiner An⸗ kunſt in Glasgow Kenntniß, und noch weniger, daß er ſchen vorbereitet ſey, einen Anſchlag gegen meine Perſon auszufuͤhren. Dabei feylte es mir nicht an Kuͤhnheit und Zuverſicht, ich war ſtark und ruſtig, und wie damals alle jungen Leute in Frankreich, im Gebrauch der Baffen ziem⸗ lich geübt. Einen einzelnen Gegner hatte ich nicht zu fuͤrchten, Mord war weder das Laſter der Zeir, noch des Landes und der fuͤr die Zuſammenkanft beſtimmte Platz allzu oͤffentlich, um auf den Verdacht einer uͤberlegten Gewaltthat zu gerathen. Mit einem Wort, ich beſchloß, meinen geheimatßvollen Warner ſeinem Verlangen gemaͤß aguf der Bruͤcke aufzuſucen, und mich dann durch die Um⸗ ſtaͤnde leiten zu laſſen. Ich will dir nicht verhehlen, Tres⸗ ham, was ich mir damals ſelbſt zu verheylen ſuchte,— die uaterdruͤckte, und doch heimlich genaͤyrte Hoffnung, Diana Vernon koͤnnte— das Wie? konnte ich mir frei⸗ lich nicht erklaͤren— bei der ſonderbaren und geheimniß⸗ vollen Warnung, die ich unter ſo auffallenden Umſtaͤnden erhalten hatte, mit im Spiele ſeyn. Sie alein, fluͤſterte mir die truͤgeriſche Hoffnung zu,— ſie allein kaunte meine Reiſe,— von ihr ſelbſt wußte ich, daß ſie Freunde und