40 Thuͤre einer artigen Wirthin ab die uns höflich empfteng. Mein erſter Gedanke war, Owen aufzuſuchen, auf Befragen aber erfuhr ich, daß„während der Kirchzeit“ jeder Verſuch vergebens ſeyn würde. Nicht nur ſagten mir meine Wirthin und mein Führer, daß in dem Comptoir der Herren Mac Vittin, Mac Fin und Compagnie, an welche ich gewieſen war, keine lebende Seele ſeyn werde, ſondern auch, daß ich noch weit weniger einen von den Herrn ſelbſt finden würde. Das ſeyen ernſthafte Leute, und ſie würden ſeyn, wo gute Chriſten um dieſe Zeit ſeyn müßten, nämlich in der Kirche. Andreas, deſſen Widerwillen gegen die Rechtsgelehrten ſeines Landes ſich glücklicherweiſe nicht auf die übrigen ge⸗ lehrten Stände ausdehnte, ſang nun ein Loblied auf den 1 Prediger, der den Gottesdienſt halten ſollte, was meine Wir⸗ thin mit lauten Amens bekraͤftigte. So entſchloß ich mich endlich, ſelbſt in die Kirche zu gehen, eben ſo ſehr in der Abſicht, wo möglich zu erfahren, ob Owen angekommen ſey, als in der Erwartung einer beſondern Erbauung. Meine Hoffnung wurde durch die Verſicherung erhöht, daß Herr Ephraim Mac Vittin, ein würdiger Mann, gewiß an dieſem Tage dieſe Kirche mit ſeiner Gegenwart beehren, und wenn er einen Fremden bei ſich beherberge, denſelben ohne Zweifel mitbringen würde. Dieſe Wahrſcheinlichkeit beſtimmte mich, und unter der Leitung des getreuen Andreas machte ich mich auf den Weg. Eines Führers haͤtte ich jedoch dießmal nicht bedurft,
denn die Menge, welche ſich die ſteile, rauh gepflaſterte
Straße hinaufdrängte, um den beliebteſten Prediger des weſt⸗ lichen Schottlands zu hören, hätte mich von ſelbſt mit fort⸗ geſchoben. Als wir oben auf dem Hügel ankamen, wandten wir uns links, und eine breite Flugelthüre nahm mich mit


