Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27 zuſammen zu treffen. Ploͤtzlich aber ging meinem kuͤnfti⸗ gen Reiſegefaͤhrten eine andere Wendung durch den Kopf.

Das Geſpenſt! das Geſpenſt! wenn das uͤber uns kommen ſollte? Ich mag mit ſolchen Dingen nicht zwei⸗ mal in vierundzwanzig Stunden zuſammentreffen.

Gah! pah! rief ich im Weggehen.Furchtet nichts aus der andern Welt; die Erde hat lebende Teufel, die ohne Beiſtand ihr Weſen ſo gut treiben, als wenn das ganze Heer der gefallenen Engel ihnen zu Huͤlfe kaͤme.

Mit dieſen Worten, die mir von meiner eigenen Lage eingegeben wurden, verließ ich die Wohnung des Gaͤrtners und kehrte in das Schloß zuruͤck.

Ich machte die wenigen Vorbereitungen, die zu mei⸗ ner Reiſe noͤthig waren, unterſuchte und lud meine Piſto⸗ len, und warf mich dann auf das Bett, um wo moglich vor der langen und muͤhſamen Reiſe eines kurzen Schlafs zu genießen. Die Natur, von den ſtuͤrmiſchen Bewegungen dieſes Tages erſchoͤpft, war guͤtiger gegen mich, als ich er⸗ wartete, und ich ſiel in einen tiefen Schlaf, aus dem ich jedoch auffuhr, als die Glocke des nahen Thuͤrmchens zwei Uhr ſchlug. Ich ſtand ſogleich auf, ſchlug ein Licht, ſchrieb den Brief, den ich meinem Oheim zuruͤcklaſſen wollte, ließ einige Kleidungsſtuͤcke da, die mich auf der Reiſe belaͤſtigt haͤtten, packte das uͤbrige in ein Felleiſen, ſchluͤpfte die Treppen hinab, und erreichte den Stall ohne Hinderniß. Ohne ein ſolcher Stallknecht geworden zu ſeyn, wie meine

Vettern, hatte ich zu Osbaldiſtone⸗Hall doch gelernt, mein Pferd zu ſatteln und zu zaͤumen, und in wenigen Mi⸗ nuten ſaß ich voͤllig zur Abreiſe bereit zu Pferde⸗

1 Als ich die alte Allee hinaufritt, auf welche der ab⸗ nehmende Mond ſein bleiches, weißliches Licht warf, blickte