Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

faßte, am folgenden Tage Osbaldiſtonee⸗Hall zu verlaſſen, und mich ohne Zeitverluſt nach Glasgow zu wenden, um

Owen zu treffen. Ich hielt es nicht fuͤr rathſam, dieſen Entſchluß meinem Oheim auf eine andere Art kund zu thun, als einen zuruͤckgelaſſenen Brief, worin ich ihm fuͤr ſeine Gaſtfreund ſchaft dankte, und ihn verſicherte, daß dringende und wichtige Geſchaͤfte mich abhielten, ihm muͤndlich zu danken. Ich wußte, der ſchlichte alte Ritter wuͤrde einen Verſtoß gegen die Höoͤflichkeit bereitwillig ent⸗ ſchuldigen, und ich glaubte ſo feſt an Raſhleighs weit ver⸗ breitete und entſchloſſene Raͤnke, daß ich ein wenig be⸗ ſorgte, er moͤchte, wenn ich meine Abreiſe oͤffentlich au⸗ kuͤndigte, Mittel in Bereitſchaft haben, eine Reiſe zu hin⸗ dern, die in der Abſicht unternommen wurde, dieſe Raͤnke zu ſtoͤren.

Deeshalb beſchloß ich, mit Tagesanbruch mich auf den Weg zu machen, um die nahe Grenze von Schottland zu gewinnen, ehe man im Schloſſe nur an meine Abreiſe denke; aber ein wichtiges Hinderniß konnte dieſe Eile hemmen, wovon der Erfolg abhing. Der kuͤrzeſte Weg oder vielmehr je⸗ der Weg nach Glasgow war mir unbekannt; und da bei der Lage⸗ in der ich mich befand, Eile das wichtigſte war, ſo beſchloß ich, den Gäͤrtner Andreas daruͤber zu fragen. So ſpaͤt es ſchon war, machte ich mich dennoch ſogleich auf den Weg, und befand mich in wenigen Minuten vor ſeiner Wohnung.

Dieſe war nicht weit von der aͤußern Gartenmauer entfernt, ein kleines, artiges Haͤuschen aus roh behauenen Steinen aufgebaut, das Dach mit breiten grauens Steinen ſtatt der Ziegel bedeckt. Ein hoher Birnbaum an der ei⸗ nen Seite, ein kleiner Bach, ein Blumenbeet von einer Ruthe im Umfang vornen, ein kleiner Kuͤchengarten hinten⸗