„Ich habe keinen erbalten,“ erwiederte ich.
„Uud es ſcheint,“ fuhr ſie fort,„daß Raſhleigh, dem Euer Vater die voͤllige Leltung der Geſchaͤfte waͤhrend ſei⸗ ner Abweſenbeit in Hokand uͤbertrug, ſeit einiger Zelt London verlaſſen hat, nach Schottland gegangen iſt mit Waaren und Wechfeln, um bedeutende Summen in dieſem Lande aufzunehmen, und daß man ſeitdem nichts mehr von ihm geboͤrt hat.“ 4
„Es iſt nur allzuwahr.“
„Und da iſt noch,“ ſetzte ſie mit einem Blick auf den Brief hinzu,„ein Oberſchreiber, oder ſo jemand, Owen⸗ ſon— Owen, nach Glasgow geſendet worden, um Raſhleigh wo moͤglich ausfindig zu machen, und Ihr ſeid gebeten, Euch gleichfalls dahin zu begeben, und ihm in ſeinen Nach⸗ forſchungen beizuſtehen.“„
„Es iſt ſo, und ich muß augenblicklich abreiſen.“
„Haltet einen Augenblick,“ ſagte Miß Vernon.„Das Schlimmſte, was bei der Sache berauskommen kann, ſcheint mir der Verluſt einer gewißen Summe Geldes, und das
kann Thraͤnen in Eure Augen bringen? Schaͤmt Euch, Herr Osbaldiſtone!“—
„„Ihr thut mir Unrecht, Miß Vernon“, erwiederte ich. „Nicht der Verluſt macht mich bekuͤmmert, ſondern der Einfluß, den dieſer Unfall auf das Gemuͤth und die Ge⸗ ſundheit meines Vaters hervorbringen wird, der kaufmaͤn⸗ niſches Zutrauen ſo hochachtet, als die Ehre; wenn er fuͤr zahlungsunfaͤhig erklaͤrt wird, ſo ſinkt er ins Grab, nieder⸗ gedruͤckt von Kummer, Gewiſſensbiſſen und Verzweiflung, gleich einem der Feigheit uͤberwieſenen Soldaten, oder ei⸗ nem Manne von Ehre, der ſeinen Ruf in der Geſellſchaft verltert. Alles dieß haͤtte ich verhindern koͤnnen durch da
W. Seott's merke, CII. 2
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