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„Ihr ſeid alſo eiferſuͤchtig in alleu Formen und Gra⸗ den dieſer freundſchaftlichen Leidenſchaft. Aber, mein wer⸗ ther Freund, Ihr habt dieſe ganze Zeit uͤber nichts ge⸗ ſprochen, als das jaͤmmerliche Gewaͤſch, das Pinſel aus Schauſpielen und Romanen nachbeten, bis ſolch Kauder⸗ waͤlſch einen wirklichen und maͤchtigen Einfluß auf ihr Ge⸗ muͤth erhaͤlt. Jungen und Naͤdchen ſchwazen ſich in die Liebe hinein, und wenn ihre Liebe in Schlaf fallen will, ſo ſchwazen und plagen ſie ſich in die Eiferſucht hinein. Aber Ihr und ich, Franz, ſind vernuͤnftige Weſen, und we⸗ der albern, noch muͤßig genug, uns in ein anderes Verhaͤlt⸗ niß hineinzuſchwatzen, als das einer offenen, ehrlichen und uneigennutzigen Freundſchaft. Jede andere Verbindung zwiſchen uns iſt unmöglich. Die Wahrheit zu ſagen,“ ſezte ſie nach augenblicklichem Zaude hinzu,„wenn ich auch ſo nachgiebig gegen den Anſtand meines Geſchlechts bin, um ein wenig zu erroͤthen, wenn ich mich ſo offen ausſpreche: wir koͤnnen uns nicht heirathen, wenn wir wollten, und duͤrften nicht, wenn wir koͤnnten.“
Und in der That, Tresham, das lieblichſte Erroͤthen begleitete dieſe grauſame Erklaͤrung. Ich wollte eben ihre beiden Behauptungen angreifen, und vergaß gaͤnzlich den mir waͤhrend des Abends beſtaͤtigten Verdacht, aber ſie fuhr mit einer kalten, faſt ſtrengen Feſtigkeit fort:
„Was ich ſage, iſt eine einfache und unbeſtreitbare Wahrheit, woruͤber ich weder Fragen, noch Erklaͤrungen doͤren will. Wir ſind alſo Freunde, Herr Oshaldiſtone?— nicht?“ Sie bot mir die Hand hin, und ergriff die mei⸗ nige:„Wir ſind einander jetzt und kuͤnftig nichts, als Freunde.“
Sie ließ meine Hand frei. Ich ließ ſie und meinen


