Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Handlung zuvor. Ich eilte hinaus mit einem wilden Stur⸗ me in der Bruſt, den ich vergebens zu beruhigen ſtrebte, als ich mich auf meinem Zimmer befand.

Eine Menge Gedanken draͤngten ſich in meinem Kopfe gleich den Nebeln in bergigen Gegenden, die in dunkeln Maſſen ſich herabſenken, und die gewoͤhnlichen Merkmale, welche dem Reiſenden ſeinen Weg durch die Wildniſſe be⸗ zeichnen, entſtellen oder verdunkeln. Die dunkle und un⸗ beſtimmte Befuͤrchtung einer Gefahr, die fuͤr meinen Vater aus den Anſchläͤgen eines Menſchen, wie Raſhleigh, hervor⸗ gehen konnte, die halbe Liebeserklaͤrung an Miß Ver⸗ non, ihre unverkennbar ſchwierige Lage, da ſie durch ei⸗ nen fruͤhern Vertrag gebunden war, ſich ſelbſt dem Kloſter zu opfern, oder eine unpaſſende Heirath zu ſchließen, alles draͤngte ſich mit einemmale meinem Gedaͤchtniß auf, waͤhrend meine Urtheilskraft unfaͤhig war, auch nur einen dieſer Gegenſtaͤnde in ſeinem wahren Lichte und von der richtigen Seite zu betrachten. Hauptſaͤchlich aber war ich durch die Art verbluͤfft, wie Miß Vernon meine zaͤrtliche Neigung aufgenommen hatte, denn ſichtbarlich ſchwankte ſie zwiſchen Mitgefuͤhl und Feſtigkeit, und eine Neigung ſchien ſich in ihrer Bruſt zu regen, die nur nicht ſtark ge⸗ nug war, die Hinderniſſe zu beſiegen, die ſich dem Geſtaͤnd⸗ niß ihrer Neigung entgegenſezten. Der Blick, mit dem ſie die Bewegung der Tapetenthuͤre beobachtet hatte, verrieth mehr Furcht, als Ueberraſchung, und deutete die Beſorgniß einer Gefahr an, die ich nur fuͤr allzugegruͤndet halten mußte, denn Diana Vernon wußte nichts von der gewoͤhn⸗