118 lichen Anwandlung weiblicher Nerbenſchwäche, und war gar nicht dazu gemacht, ohne eine wirkliche und gegruͤndete Urſache Furcht zu empfinden. Von welcher Art konnten dieſe Geheimuiſſe ſeyn, von denen ſie, wie mit einem Zau⸗ ber umgeben war, und welche auf ihre Gedanken und Hand⸗ lungen fortwährend einen thätigen Einfluß auszuüben ſchie⸗ nen, obgleich die Lenker derſelben nie ſichtbar waren? Dieſer Zweifel hielt zulezt meine Seele feſt, als wäre ſie erfreut, die Unterſuchung über die Schicklichkeit und Klugheit mei⸗ nes eigenen Benehmens von ſich abzuſchütteln, und dagegen Dianas Benehmen einer Pruͤfung zu unterwerfen. Ich bin entſchloſſen, rief ich endlich, ehe ich Osbaldiſtone⸗Hall ver⸗ laſſe, muß ich wiſſen, in welchem Lichte ich künftig dieß be⸗ zaubernde Weſen zu betrachten habe, in deſſen Leben ſich Offenheit und Geheimniß getheilt zu haben ſcheinen, jene, um ihr Worte und Gefuͤhle einzuflößen, dieſes um über alle ihre Handlungen einen trüben Nebel auszubreiten.
Zu dieſer Neugierde, und meiner ungeduldigen Leiden⸗ ſchaft geſellte ſich noch eine lebhafte Regung heimlicher Ei⸗ ferſucht, die ich mir ſelbſt nicht geſtehen wollte. Wie das Unkraut mit dem Waizen, ſproßt dieß Gefühl zugleich mit der Liebe auf, und wurde hier gereizt durch den Einfluß, welchen Diana den unſichtbaren Weſen zu geſtatten ſchien, die ihre Handlungen lenkten. Je mehr ich daruͤber nach⸗ dachte, deſtomehr war ich innerlich, wenn auch wider Wil⸗ len überzeugt, daß ſie jeder Aufſicht und Leitüng trozen müͤrde, die nicht aus Zuneigung entſtünde, und heftig nag⸗


