Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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113. einer Trennung von mehreren Monaten nicht mit einer Zeile beehrt.

Das iſt ſonderbar; Ihr ſeid ein wunderliches Ge⸗ ſchlecht, Ihr kuͤhnen Osbaldiſtones. Dann wißt Ihr auch nicht, daß er nach Holland gegangen iſt, um einige drin⸗ gende Geſchaͤfte in Ordnung zu bringen, die ſeine eigene Gegenwart erforderten?

Bis dieſen Augenblick habe ich nicht ein Wort davon gehoͤrt.

Ferner muß es Euch auch eine Neuigkeit ſeyn, und ſchwerlich eine angenehme, daß er Raſhleigh die faſt unbe⸗ ſchraänkte Leitung ſeiner Angelegenheiten uͤberlaſſen hat bis⸗ zu ſeiner Ruͤckkehr.

Heftig beſtuͤrzt konnte ich mein Erſtaunen und meine Beſorgniſſe nicht unterdruͤcken.

Ihr habt Grund, unruhig zu ſeyn, ſagte Miß Ver⸗ non ſehr ernſt;und wäre ich an Eurer Stelle, ich würde

mich beſtreben, den Gefahren entgegenzutreten, die aus

einer ſo unerwuͤnſchten Anordnung hervorgehen müſſen.

Aber wie kann ich dieß thun 2*

Wer Muth und Thaͤtigkeit beſitzt, kann alles thun, ſagte ſie mit dem Blick einer Heldin aus der Ritterzeit, deren Ermuthigung einem Kaͤmpfer doppelten Muth ver⸗ lieh in der Stunde der Gefahr;dem furchtſamen und unentſchloſſenen iſt jedes Ding unmoͤglich, weil es ſo ſcheint.

Und was wuͤrdet Ihr mir rathen, Miß Vernon? fragte ich, ihre Antwort wuͤnſchend und fuͤrchtend.

W. Scott's Werke. CI. 3 8