Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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lein, es kaͤme ein zu ſtrenger Spruch heraus, wenn Ihr, die Ihr das Original ſo gur verſteht, daruͤber zu Gericht ſizen ſolltet.

Mein ehrlicher Freund, erwiederte Diana,wenn Ihr guten Rath annehmen wollt, ſo haͤngt nicht zu viel Demuth an Euern Angelhacken, denn, zehn gegen eins, Ihr faͤngt nicht ein einziges Compliment. Ihr wißt, ich gehoͤre zu der unbeliebten Familte der Wahrheitsſprecher, und wauͤrde Apollo keine Schmeichelei uͤber ſeine Leier ſa⸗ gen.

Sie las einige Strophen.Es iſt ja noch recht viel, ſagte ſie dann, die lieblichſten Toͤne unterbrechend, die ein menſchliches Ohr hoͤren kann, den Klang der Verſe ei⸗ nes jungen Dichters, von geliebten Lippen ausgeſpro⸗ chen.

Weit mehr, mein Fraͤulein, als Eure Aufmerkſam⸗ keit erregen koͤnnte, ſagte ich, und nahm die Verſe, ein wenig empfindlich aus threr nicht widerſtrebenden Haud, und doch, fuhr ich fort,fuͤhlte ich manchmal in meiner zuruͤckgezogenen Lage, daß ich mich nicht beſſer un⸗ terhalten koͤnnte, als wenn ich verſtehr ſich, blos zu meinem eigenen Vergnuͤgen die Ueberſezung des bezau⸗ bernden Dichters wieder vornaͤhme, die ich vor einigen Mo⸗ naten noch an den Ufern der Garonne begann.

Die Frage waͤre nur, ſagte Dians ernſt,ob Ibr Eure Zeit nicht beſſer beraitzen koͤnntet?

Ihr meint zu gehen Arbeiten, ſagte ich ſehr ge⸗ ſchmeichelt;die Wahrheit zu ſagen, meine Anlage beſteht mehr darin, Worte und Reime, als Ideen zu finden, und deßyalb freue ich mich, die zu benuͤtzen, welche Arioſto mie