Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Achtes Kapitel.

Als ich eines Mittags zu meinem Boote gieng, erblickte ich zu meinem großen Erſtaunen die Spur eines nackten Menſchenfu⸗

ßes im Sande. Robinſon Cruſpe.

Die vereinten Gefuͤhle der Theilnahme und Eiferſucht, welche Miß Vernons ſonderbare Lage in mir erweckten, ſchaͤrften meine Aufmerkſamkeit auf ihre Blicke und Hand⸗ lungen in einem ſolchen Grade, daß es trotz aller meiner Bemuͤhungen, es zu verbergen, ihr dennoch nicht ent⸗ gieng. Das Gefuͤhl, beobachtet, oder eigentlicher zu reden, von meinen Blicken bewacht zu ſeyn, ſchien Diana verlegen, leidend und verdrießlich zu machen. Manchmal ſuchte ſie eine Gelegenheit, ihrem Verdruſſe uͤber ein Benehmen Luſt zu machen, das ſie beleidigen mußte, da ſie mit ſo viel Offenheit von der ſchwierigen Lage geſprochen hatte, in

der ſie ſich befand; ein andermal ſchien ſie bereit, Be⸗

ſchwerde daruͤber zu fuͤhren. Aber es mangelte ihr entwe⸗ der der Muth, oder irgend ein anderes Gefuͤhl hinderte

ſie, Aufklaͤrung zu ſuchen. Ihr Unmuth verflog in einer ſpizigen Gegenrede, und die Beſchwerde erſtarb auf ihren

Lippen. Wir ſtanden in einem ſonderbaren Verhaͤltniß zu einander, da wir nach beiderſeitiger Wahl einen großen Theil unſerer Zeit mit einander zubrachten, dennoch aber unſere Gefuͤhle vor einander verbargen, und auf unſer bei⸗ derſeitiges Benehmen eiferſuͤchtig, oder dadurch beleidigt waren. Es war eine Vertraulichkeit zwiſchen uns ohne Verrrauen; auf der einen Seite Liebe ohne Hoffnung oder