Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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1⁰8 ein⸗ oder zweimal gewiſſe Zeichen wechſeln ſah, die ich da⸗ mals fuͤr Winke uͤber die Beobachtung von Glaubensvpflich⸗ ten hielt, da ich wußte, wie ſcrlou die katholiſchen Geiſt⸗ lichen ihren Einfluß auf die Gemuͤther ihrer Glaubensge⸗ noſſen zu jeder Zeit und unter allen Umſtaͤnden behaupten. Jetzt war ich aber geneigt, dieſen Mittheilungen eine tie⸗ fere und geheimere Bedeutung beizulegen. Eine Frage, die melne Gedanken beſchaͤftigte, war: hat er geheime Zu⸗ ſammenkuͤnfte mit Diana in der Bebliothek? und wenn dieß der Fall iſt, in welcher Abſicht? Und warum ſollte ſie einem Vertrauten des raͤnkevollen Raſhleigs ein ſolches Zutrauen ſchenken?

Dieſe Fragen und Zweifel regten mein Gemuͤth um ſo heftiger an, da ich es fuͤr moͤglich hielt, ſie aufzulölen. Ich hatte ſchon angefangen, zu argwohnen, daß meine Freundſchaft fuͤr Diana Vernon nicht ſo ganz uneigennuͤzig ſey, als ſie nach den Regeln der Klugheit haͤtte ſeyn ſol⸗ len. Bereits hatte ich gekuͤhlt, daß ich auf den veraͤchtli⸗ chen Luͤmmel Thorncliff eiferſuͤchtig werde, und ſeine thoͤ⸗ richten Verſuche, mich zu reizen, mehr bewacht, als Klug⸗

heit und edle Denkart es zulaſſen wollten. Und jetzt un⸗

terſuchte ich Dianas Benehmen mit einem Eifer und ei⸗ ner Heftigkeit, die nicht aus einer maͤßigen Neugierde ent⸗ ſprangen, wie ich mir ſelbſt vergebens vorredete. Alles dieß waren Zeichen, daß der junge Mann verliebt ſey, und mein Verſtand, der immer noch laͤugnen wollte, daß ich mich einer ſo unbeſonnenen Neigung ſchuldig gemacht habe, glich den unwiſſenden Wegweiſern, welche, wenn ſie den Reiſenden voͤllig irre geleitet haben, doch hartnaͤckig darauf beharren, es ſey unmoͤglich, daß ſie den Weg verfehlt ha⸗ ben koͤnnten.