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gefaͤhr ſechzig Jahre alt, und, ſo viel man mir zu vetſte⸗ hen gab, von einer guten Familie aus dem Norden; ſein Aeußeres hatte etwas auffallendes und imponirendes, in ſeinem Benehmen lag eine ernſte Wuͤrde, und er war nn⸗ ter den Katholiken Northumberlands als ein wuͤrdiger red⸗ licher Mann geſchaͤtzt. Doch war Vater Vaughan nicht frei von den Eigenheiten, die ſeinen Stand auszeichnen. Es war etwas geheimnißvolles in ſeinem Weſen, das in proteſtantiſchen Angen nach Prieſterliſt ſchmeckte. Die Be⸗ wohner des Schloſſes blickten mehr mit Furcht, oder we⸗ nigſtens mit Scheu auf ihn, als mit Liebe. Ihre Gelage mißdbillizte er offenbar, denn waͤhrend ſeiner Anweſenbeit im Schloſſe wurden ſie einigermaßen ausgeſetzt. Selbſt Sir Hildebrand legte ſich in ſolchen Zeiten einigen Zwang auf, was vielleicht ſeinen Anfenthalt etwas laͤſtig machte. Er hatte das feine, einnehmende, faſt einſchmeichelnde We⸗ ſen, das den Prieſtern ſeines Glaubens, beſonders in Eng⸗ land, eigen iſt, wo der katholiſche Lale, durch Strafgeſeze, durch die Beſchraͤnkungen ſeines Glaubens und die Ermah⸗ nungen ſeines Seelſorgers gedruͤckt, oft ein zuruͤckhhalten⸗ des, faſt furchtſames Benehmen in der Geſellſchaft von Proteſtanten beobachtet, indeß der Prieſter, durch ſeinen Stand berechtigt, mit Perſonen jedes Glaubens umzuge⸗ hen, offen, munter, freiſinnig im Umgange iſt, ſich beitebt zu machen ſucht, und meiſtentheils auch geſchickt genug iſt, ſeinen Zweck zu erreichen.
Vater Vanghan war beſonders nahe mit Raſhleigh bekannt, ſonſt wuͤrde er ſich wahrſcheinlich auch kaum auf dieſem Fuße in Schloſſe erhalten haben. Aus dieſem Grunde wuͤnſchte ich nicht, ſeine naͤhere Bekanntſchaft zu machen, und er ſchien mir nicht entgegenkommen zu wollen; ſo war


