Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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dieſer Seite des Hauſes hinliefen, vor der ich ſtand. Ich erblickte Licht darinnen, und dieß uͤberraſchte mich nicht, da ich wußte, daß Miß Vernon oft den Abend dort zu⸗ brachte, obgleich ich es mir, aus Ruͤckſichten des Zartge⸗ fuͤhls zum ſtrengen Geſetz gemacht hatte, ſie nicht zu ei⸗ ner Zeit dort aufzuſuchen, wo ich die uͤbrige Famille fuͤr den Abend beſchaͤftigt wußte, und unſere Zuſammenkuͤnfte nothwendig unter vier Augen haͤtten ſtatt finden müßen. Morgens laſen wir oft miteinander in einem Zimmer, dann aber trat manchmal einer unſerer Vettern herein, um ein Pergamentbaͤndchen zu ſuchen, das trotz ſeiner Vergoldungen und gemalten Zierrathen ſich in eine Tiſch⸗ geraͤthſchaft umwandeln laſſen mußte, oder um uns von ir⸗ gend einer Jagdluſt etwas zu erzaͤhlen, oder auch aus blo⸗ ßer Langerweile. Kurz, Morgens war die Bibliothek eine Art Freizimmer, wo Mann und Frau wie auf neutralem Bodenſich finden konnten. Abends jedoch war die Sache ganz anders, und da ich in einem Lande erzogen war, wo man der aͤußern Wohlanſtaͤndigkeit ſo viele Aufmerkſam⸗ keit ſchenkt, oder wenigſtens damals ſchenkte, wollte ich für Miß Vernon an dieſe Forderungen der Sitte denken, woran ſie bei ihrem Mangel an Erfahrung nicht denken konnte. Ich machte ihr daher auf eine moͤglichſt zarte Weiſe begreiflich, daß, wenn wir am Abend mit einander leſen wollten, die Gegenwart einer dritten Perſon ſchicklich⸗ ſey.

Miß Vernon lachte anfangs, dann erroͤthete ſſe, und wollte boͤſe werden, faßte ſich aber ploͤtzlich, und ſagte: ich glaube, Ihr habt ganz Recht, und wenn ſch mich ge⸗ neigt fuͤyle, eine fleißige Schülerin zu ſeyn, ſo will. ich⸗