Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Grundkenntniſſe ſeines neuen Berufs zu eigen machte; er beſchäftigte ſich eifrig damit, und ſuchte auch gelegentlich mit ſeinen Fortſchritten zu glaͤnzen, gleichſam um zu zeigen, wie leicht es ihm ſein werde, die Laſt zu tragen, die ich aus Trägheit und Unfähigkeit abgeworfen hatte. Der zweite be⸗ merkenswerthe Umſtand war, daß Miß Vernon und Raſh⸗ leigh, trotz der Unbilden, deren ſie ihn beſchuldigte, doch mehrere geheime Unterredungen mit einander hatten, die ziemlich lange dauerten, obwohl ſie ſich öffentlich nicht herz⸗ licher gegen einander zu benehmen ſchienen, als gewöhnlich.

Als der Dag ſeiner Abreiſe erſchien, ſagte ihm ſein Va⸗ ter mit Gleichgültigkeit Lebewohl, ſeine Bruͤder mit dem ſchlecht verhehlten Vergnügen von Schulknaben die ihren Zuchtmeiſter für einige Zeit abreiſen ſehen, und ihre Freude nicht zu zeigen wagen; ich ſelbſt that es mit kalter Höflich⸗ keit. Als er ſich Miß Vernon näherte, und ſie umarmen wollte, wandte ſie ſich mit einem Blick ſtolzer Verachtung ab, und ſagte, indem ſie ihm die Hand bot:„Gott belohne Euch für das Gute, das Ihr gethan, und vergebe Euch das Böſe, das Ihr habt thun wollen.“

„Amen, meine ſchöne Baſe,“ erwiederte er mit einer frommen Miene, die glaube ich, dem Seminar von St. Omer angehörte;„glücklich iſt der, deſſen gute Abſichten Früchte ge⸗ tragen haben in Thaten, und deſſen böſe Gedanken in der Blüthe verdarben.““

Dieß waren ſeine Abſchiedsworte.„Vollendeter Heuch⸗ ler!“ ſagte Miß Vernon zu mir, als die Thüre hinter ibm ſchloß;„wie nahe iſt doch oft dem äußern Anſchein nach das veraͤchtlichſte und haſſenswuͤrdigſte dem, was wir am höch⸗ ſten verehren!“

Ich hatte durch Raſhleigh an meinen Vater geſchrieben,