Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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er nach London abreiſe, wenigſtens einen Wink zu geben, auf meines Vaters Vortheil ein wachſames Auge zu haben. Habſucht oder Ehrgeiz, dachte ich, müſſe für einen Menſchen von Raſhleighs Sinnesart einen eben ſo großen oder noch größern Reiz haben, als ſinnliche Genüſſe; die Energie ſei⸗ nes Charakters, ſeine Gewandheit, alle guten Eigenſchaften zum Scheine anzunehmen, waren geeignet, ihm einen hohen Grad von Zutrauen zu verſchaffen, und es war nicht zu hoffen, daß Redlichkeit oder Dankbarkeit ihn abhalten werde, es zu miß⸗ brauchen. Die Aufgabe war etwas ſchwierig, beſon ders in meiner

Lage, wo eine Warnung, die ich gab, mir als Eiferſucht gegen mei⸗

nen Nebenbuhler oder vielmehr meinen Nachfolger in meines Vaters Gunſt ausgelegt werden konnte. Dennoch hielt ich

einen ſolchen Brief für unumgänglich nothwendig, und ich

konnte es Owen überlaſſen, wie er die Kenntniß von Raſh⸗ leighs wahrem Charakter benutzen wollte. Einen ſolchen Brief entwarf ich alſo, und ſandte ihn bei der naͤchſten Ge⸗ legenheit nach dem Poſthauſe.

Als ich mit Raſhleigh zuſammentraf ſchien es, als trä⸗ ten wir beide von einander zurück, und ſuchten jeden Anlaß zu Streit zu vermeiden. Er mochte vermuthen, daß Miß Vernons Mittheilungen ihm ungünſtig geweſen ſeyen, obgleich er nicht wiſſen konnte, daß ſie mir auch ſeinen ſchurkiſchen Plan gegen ſie mitgetheilt habe. In unſeren Unterredun⸗ gen waren wir deßhalb beide zurückhaltend, und ſprachen nur von unbedeutenden Gegenſtaͤnden. Sein Aufenthalt zu Osbaldiſtone⸗Hall dauerte auch nur noch einige Tage, während deren mir nur zwei Umſtände auffielen. Das erſte war, die raſche Auffaſſung, man koͤnnte faſt ſagen, die An⸗ ſchauung, womit ſein kraͤftiger thätiger Geiſt ſich die nöthigen