Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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ich kann. Und jetzt, da die Stelle im Danke ſo klar iſt, bitte ich Euch, geht und ſeht, was aus unſern Dachsjägern geworden iſt.— Mein Kopf ſchmerzt mich ſo, daß ich Euch nicht begleiten kann.“

Ich verließ die Bibliothek, doch nicht, um den Jaͤgern zu folgen. Ich fühlte, ein einſamer Spaziergang ſey mir nothwendig, um meine aufgeregten Lebensgeiſter zu beru⸗ higen, ehe ich mich wieder in Raſhleighs Geſellſchaſt wagen konnte, deſſen tiefe, berechnende Bosheit mir mit ſo ſcharfen Zügen geſchildert worden war. In der Familie Dubourgs, der ein Reformirter war, hatte ich manche Erzählungen von katholiſchen Prieſtern gehört, die unter dem Deckmantel der Freundſchaft, Gaſtfreiheit und der heiligſten Bande der Ge⸗ ſellſchaft den Leidenſchaften fröhnten, deren tadelloſe Befrie⸗ digung ihnen die Geſetze ihres Standes verſagen. Aber der überdachte Plan, die Erziehung einer verlaſſenen, mit ſeiner eigenen Familie ſo eng verbundenen Waiſe von edler Geburt in der hinterliſtigen Abſicht zu übernehmen, ſie am Ende zu verführen, dieſer Plan, geſchildert von den auserſehenen

Opfer ſelbſt, mit aller Glut eines tugendhaften Unwillens, ſchien mir ſchändlicher, als die ſchlimmſte der Erzaͤhlungen, die ich zu Bordeaux gehört hatte, und ich fühlte die aus⸗ nehmende Schwierigkeit, in Raſhleighs Gegenwart den Ab⸗ ſcheu zu unterdrücken, den er mir einflöste. Doch dies war unumgänglich nothwendig, nicht blos wegen der geheimniß⸗ vollen Ermahnung, die mir Diana gegeben hatte, ſondern auch darum, weil ich keine Urſache namhaft machen konnte⸗ einen Streit mit ihm anzufangen.

Ich entſchloß mich daher, ſo lange wir im Schloſſe mit⸗ einander leben mußten, der Verſtellung Raſhleighs ſo viel als möglich gleiche Verſtellung entgegen zu ſetzen, und wenn