meine Bewegung ruhiger werden zu laſſen, und wandte ſich dann gefaßter zu mir.
„Ich habe ſchon geſagt, ein Geheimniß gefährlicher und unheilbringender Art verbindet mich mit Naſhleigh. Ob⸗ gleich er ein Schurke iſt, und weiß, daß er als ſolcher über⸗ wieſen vor mir ſteht, ich kann nicht, darf nicht offen mit ihm brechen, oder ihm Troz bieten. Auch Ihr müßt ihn mit Geduld ertragen, ſeine Kunſtgriffe zu nichte machen durch Klugheit, nicht durch Gewalt, und vor allem müßt Ihr ſolche Scenen vermeiden, wie die der geſtrigen Nacht, die ihm gefaͤhrliche Vortheile über Euch geben muß. Dieſe Vor⸗ ſicht wollte ich Euch anrathen, und deßhalb wünſchte ich dieſe Zuſammenkunft, aber mein Vertrauen iſt weiter gegangen, als ich beabſichtigte.“
Ich verſicherte ſie, daß ſie es keinem Unwürdigen ge⸗ ſchenkt habe.
„Ich glaube es,“ erwiederte ſie;„Ihr habt in Eurem Benehmen das, was Zutrauen erweckt. Laßt uns ferner Freunde ſeyn, Ibr dürft nicht fürchten,“ ſagte ſie lachend und mit einigem Erröthen, doch mit freier, unbefangener Stimme,„daß Freundſchaft zwiſchen uns nur ein beſchöni⸗ gender Name für ein anderes Gefuͤhl iſt. Ich gehöre mei⸗ ner Denk⸗ und Handlungsweiſe noch mehr zu Eurem Ge⸗ ſchlecht, unter dem ich auferzogen wurde, als dem meinigen an. Ueberdieß iſt der verhängnißvolle Schleier mir ſchon in der Wiege umgeworfen worden, und Ihr könnt Euch leicht denken, daß ich nie an die abſcheuliche Bedingung dachte, unter der ich ſeiner enthoben ſeyn koͤnnte. Die Zeit, mei⸗ nen letzten Entſchluß auszuſprechen, iſt noch nicht gekommen, und ich möchte gern die freie wilde Heide und die friſche Luft mit den andern Kindern der Natur genießen, ſo lange


