Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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fühlen,— die Abſicht, in welcher er die Nahrung in Gift ver⸗ wandelt haben wü die er meinem Geiſte reichte.— Ewige Vorſehung! was wäre ich in dieſer und jener Welt, an Körper und Seele geworden, wäre ich unter den Kuͤnſten dieſes vollendeten Schurken gefallen!

Das Bild der hinterliſtigen Verrätherei, das ſie mit dieſen Worten vor meinen Augen entrollte, ergriff mich ſo heftig, daß ich, kaum meiner ſelbſt mächtig, vom Stuhle aufſprang, die Hand an den Degen legte, und im Begriff war, das Zimmer zu verlaſſen, um meinen gerechten Zorn gegen ihn zu entladen. Faſt athemlos, mit Augen und Bli⸗ cken, die von Verachtung und Zorn zur lebhafteſten Unrube

übergingen, vertrat mir Miß Vernon die Chuͤre. .„Bleibt,“ ſagte ſie,„bleibt, ſo gerecht auch Euer Un⸗ wille ſeyn mag, Ihr kennt nur halb die Geheimniſſe dieſes urchtbaren Gefängnißhauſes.“ Aengſtlich blickte ſie bei die⸗ ſen Worten im Zimmer umher, und ihre Stimme ſank her⸗ ab zum Flüſtern:„er trägt ein bezaubertes Leben in ſich;

Ihr könnt Ihn nicht angreifen, ohne das Leben anderer in Gefahr zu ſetzen, und noch mehr Menſchen zu verderben. Wäre es andess, in mancher Stunde der Gerechtigkeit wäre er vor dieſer ſchwachen Hand nicht ſicher geweſen. Ich ver⸗ ſicherte Euch,“ ſagte ſie, mich zu meinem Sitze zuruͤckwei⸗ ſend,„daß ich keinen Tröſter bedürfe,— und jetzt ſage ich Euch, ich bedarf keinen Raͤcher.“

Ich ſetzte mich wieder, unwillkürlich in Gedanken ver⸗ ſunken über ihre Worte, und beſann mich zugleich, was mir in der erſten Gluth des Zornes entgangen war, daß ich durchaus kein Recht hätte, mich zu Miß Vernons Kämpfer aufzuwerfen. Sie ſchwieg einen Augenblick, um ihre und