52 Euch ihre Unbeſonnenheit und ihre Nichtachtung der Schick⸗ lichkeit zeigen.“
Ich fuͤhlte, daß hierin etwas wahres, und ein geſan⸗ der Verſtand lag, es ſchien mir eine freundliche War⸗ nung, und ich hatte kein Recht, es uͤbel zu nehmen, und doch haͤtte ich Raſhleigh waͤhrend er ſprach mit Vergnuͤ⸗ gen durchbohren koͤnnen. Zum T. l mit ſeiner Unver⸗ ſchaͤmtheit! dachte ich. Wollte er mir zu verſteben geben, Miß Vernon habe ſich in ſeine Fraze verliebt, und ſey ſo tief geſunken, daß ſeine Zuruͤckgezogenheit noͤthig ſey, um ſie von einer unverſtaͤndigen Leidenſchaft zu heilen? Er muß mir ſeine Meinung offen ſagen, und ſollte ich ſie ihm
mit Gewalt entreiſſen.
Aus dieſem Grund nahm ich mich moͤglichſt zuſammen
und bemerkte:„fuͤr eine Dame von ihrem Verſtand und
ihren Kenntniſſen, ſey es zu bedauern, daß ihr Betragen etwas unzart und roh ſey.“
„Frei und ohne Nuͤckhalt wenigſtens im hoͤchſten Gra- de,“ erwiederte Rafhleigh; doch glault mir, ſie hat ein vorkreffliches Herz. Um Euch die Wahrheit zu ſagen,
ſollte ſie in ihrer voͤlligen Abneigung gegen das Kloſter
und den ihr beſtimmten Braͤutigam fortfahren, und ſollten meine Arbeiten in den Goldgruben des Plutus mir eine an ſtaͤndige Unabhaͤngigkeit ſichern, ſo denke ich unſere Be⸗ kanntſchaft zu erneuern, und mein Vermoͤgen mit ihr zu theilen.“
Troz ſeiner ſa zuen Stimme und ſeinen wohlgeſetzben
NReben kam mir Naſbleigh als der haͤßlichſte und einge⸗ vpildetſte Geck ver, den ich je ſah.
„Aber,“ fuhr Rafhleigh fort, gleichſem als ſpraͤche er nur fuͤr ſich, ich moͤchte nicht an Thorncliſs Stelle treten.


