45 glauben an ihre eigenen Eingebungen ſo feſt, als ein guter Katholik an die des heili gen Vaters in Rom.“
„Es iſt doch ſehr hart, in dem Hauſe eines Mannes zu leben, der noch dazu ein naher Verwandter iſt, und feſt darauf beharrt, mich eines Straſſenraubs fuͤr ſchuldig zu hal ken.“
„Meines Vaters thoͤrichte Meinung,— wenn man die eines Vaters ſo nennen darf— kann Eure Unſchuld nicht kraͤnken; auch koͤnnt Ihr mir aufs Wort glauben, daß Ser Hildebrand die That, in jeder Ruͤckſicht betrachtet, in politiſcher, wie in moraliſcher, fuͤr verdienſtlich anſieht,— denn ſie ſchwaͤcht ja einen Feind,— iſt eine Beraubung der Amalekiten,— und Ihr ſteht fuͤr Eure vermuthete Mitwirkung in ſeiner Achtung um ſo hoͤher.“
„Herr Raſhleigh, ich wuͤnſche keines Mannes Achtung auf eine Weiſe zu erwerben, wodurch ich in meiner eige⸗ nen ſinke, und dieſer ehrenrübrige Verdacht wird mich be⸗ wegen, Osbaldiſtone⸗Hall zu verlaſſen, ſobald ich deßhalb mit meinem Vater Rückſprache nehmen kann.“
Obwohl Raſhleighs finſteres Geſicht ſelten ſeine Ge⸗ fuͤhle verrieth, ſo erſchien doch darauf ein unterdruͤcktes Laͤ⸗ cheln, das er ſchnell durch einen Seufzer zaͤhmte.
„Ihr ſeyd gluͤcklich, Franz; wie der Wind weht, wo⸗ hin er will, ſo geht und kommt Ihr. Mit Eurer Geſchick⸗ lichkeit, Eurem Geſchmack und Talenten werdet Ihr bald Zirkel ſinden, wo man dieſe Eigenſchaften mehr ſaaͤtzt, als unter den ſtumpfen Bewohnern dieſes Hauſes, waͤhrend ich——— er hielt inne.
„Und was iſt Euer Loos, daß Ihr oder irgend jemand das meinige beneiden ſollte, da ich aus meines VPaters Haus und Gurnſt, ich kann ſagen verſtoßen bin.“


