40 „Mißtraut dieſem Theil Eurer Erziehung,“ erwiederte ſie,„und laßt die Tochter einer Schottin Euch bitten, das Land zu achten, das ihre Mutter gebar, bis eigene Beob⸗ achtung Euch zeigt, ob es Eurer guten Meinung unwür⸗ dig iſt. Bewahrt Euern Haß und Eure Verachtung gegen Verſtellung, Niederkraͤchtigkeit und Falſchheit, wo ſie Euch
auch aufſtoſſen moͤgen. Ihr koͤnnt genug davon finden, ohne
England zu verlaſſen.— Gott befohlen, Ihr Herrn,— ich wuͤnſche Euch guten Abend.“ 3
Und ſie wies nach der Thuͤre gleich einer Prinzeſſin, die ihr Gefolge entlaͤßt.
Wir begaben uns nach Naſhleighs Zimmer, wohin ein Diener uns Kaffee und Karten brachte. Ich hatte den Ent⸗ ſchluß gefaßt, wegen der Ereigniſſe des Tags nicht weiter in Raſhleigh zu dringen. Ein Geheimniß, und zwar mei⸗ ner Meinung nach nicht von der vortheilhafteſten Art,
ſchien uͤber ſeinem Benehmen zu ſchweben, wollte ich mich
aber der Richtigkeit meines Argwohns gewiß machen, ſo mußte ich ihn voͤllig ſicher machen. Wir hoben ab, und waren bald ſehr in unſer Spiel vertieft. Ich glaubte in dieſem unbedeutenden Zeitvertreib.— denn der von Raſh⸗ leigh vorgeſchlagene Satz war eine voͤllige Kleinigkeit,— die Anzeigen einer heftigen und ehrgeizigen Gemuͤthsart zu erkennen. Er ſchien das angenehme Spiel vollkommen zu verſtehen, doch zog er, gleich als waͤre es aus Grund⸗ ſatz, die kuͤhnen und gewagten Schlaͤge den gewoͤhnlichen Spielregeln vor, vernachlaͤßigte die geringern und beſſer abgewogenen Vortheile, und wagte alles, um einen Sech⸗ ziger, Neunziger, oder ſeinen Gegner Matſch zu machen. Sobald eine oder zwei Parthien, gleich der Muſik zwiſchen den Acten eines Dramas, unſere vorherige Unterredung
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