41 volll unterbrochen hatte, ſchien Raſhleigh des Spiels muͤde zu werden, und legte die Karten bei Seite, um wieder ein Geſpraͤch anzuknuͤpfen.“
Mehr gelehrt, als wahrhaft weiſe, beſſer bekannt mit dem menſchlichen Gemuͤthe, als mit den ſittlichen Grund⸗ ſaͤtzen des Handelns, beſaß er eine Gewalt in der Unterre⸗ dung, die ich ſelten erreicht, nie uͤbertroffen ſah. Sein Benehmen zeigte, daß er ſich deſſen bewußt war, wenig⸗
ſteus ſchien es mir, als haͤtte er ſich große Muͤhe gegeben,
die natuͤrlichen Vortheile einer melodiſchen Stimme, eines fließenden, gluͤcklichen Ausdrucks, einer angemeſſenen Spra⸗ ſche und einer gluͤhenden Einbildungskraft noch zu erhöhen. Er war nie laut, nie hochfahrend, nie ſo ſehr mit ſeinen eigenen Gedanken beſchaͤftigt, daß er die Geduld oder die Faſſungskraft derjenigen, mit denen er ſich unterredete, er⸗ muͤdet haͤtte. Seine Gedanken folgten einander ſtill und
ununterbrochen, gleich einer vollen, reichen Quelle, waͤhrend
die Rede anderer, die nach dem Ruhme einer vorzuͤglichen Unterhaltung ſtrebten, hervorſtuͤrzte gleich dem truͤben Strom aus der Schleuſe eines Muͤhlenteichs, raſch, und eben ſo ſchnell erſchoͤpft.. Es war ſpaͤt in der Nacht, ehe ich mich von einem ſo einnehmenden Geſellſchafter trennen konnte, und als ich mein Zimmer erreicht hatte, koſtete es mich nicht geringe Anſtrengung, mir den Charakter Raſhleighs ſo ins Gedaͤchtniß zuruͤckzurufen, wie ich mir ihn vor die⸗ ſem Zwiegeſpraͤch ausgemahlt hatte.
So ſehr ſchwaͤcht das Gefuͤhl, angenehm unterhalten worden zu ſeyn, unſere Faͤhigkeit, Charaktere aufzufaſſen, undzu beurtheilen, daß ich es nur dem Genuß gewiſſer überſuͤſſer und zugleich ſcharfer Fruͤchte vergleichen kann, die unſera
Gaumen fuͤr andere Speiſen voͤllig abſtumpfen.
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