—
33
waren, ſo ziemlich richtig ſeyen.„Warum habt Ihr ange⸗ klopft,“ ſagte Miß Vernon,„da Ihr doch wußtet, daß ich nicht allein ſey?“
Sie ſprach dieſe Worte in einem Ausbruch von Unge⸗ duld, als ob ſie gefuͤhlt haͤtte, daß Raſbleigys vorſichtiges, zuruͤckhaltendes Benehmen einen beleidigenden Argwohn verrathe.„Ihr habt mich das Anklopfen an dieſer Thuͤre ſo vollkommen gelehrt, meine ſchoͤne Baſe,“ antwortete Rafhleigh, ohne Ton und Benehmen zu aͤndern,„daß die Gewohnheit mir zur andern Natur geworden iſt.“
„Ich ſchaͤtze Aufrichtigkeit hoͤher, als Hoͤflichkeit, das wißt Ihr,“ war Dianas Antwort.
„Han chkeit iſt arrig und munter, hat Namen and Ge⸗ werbe vom Hofmann,“ erwiederte Raſhleigh,„und darum paßt ſie am beſten fuͤr das Zimmer einer Dame.“
„Aber Aufrichtigkeit iſt ein treuer Ritter, und deßhalb weit wintwmmenet, 22 Madhes Miß Vernon ein.„Doch um einen fuͤr Euern Vetter nicht ſonderlich unterhaltenden Streit zu endigen, ſetzt En nieder, Raſhleigh, und thut Herrn Franz Osbaldiſtone beim Weinglaſe Beſcheid; ich habe bei der Tafel die Hausehre gerettet.“
„Raſhleigh ſetzte ſich, fuͤllte ſein Glus, und wandte ſeine Augen von Diana auf mich mit einer Verlegenheit, die er trotz aller ſeiner Anſtrengung, nicht ganz verbergen konnte. Er war, wie mir ſchien, ungewiß uͤber den Grad des Vertrauens, das ſie auf mich geſetzt hatte, und ich beeilte mich deßhalb, das Geſpraͤch auf eine Weiſe zu lei⸗ ten, daß ſein Verdacht ſchwinden muͤſſe, als haͤtte Diana mir Geheimniſſe verrathen, die zwiſchen ihnen beiden blei⸗ ben ſollten.„Herr Raſhleigh, Miß Vernon hat mir em⸗ pfohlen, Euch meinen Dank fuͤr die ſchnelle Bef eiung ven
W. Stott's Werke. CI. 3
*


