Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

Mit dieſen Worten zeigte ſie auf den geſchnitzten Ei⸗ chenrahmen eines lebensgroßen Bildes von Vandyke, wor⸗ auf in gothiſchen Buchſtaben die Worte ſtanden: Ver non semper viret*). Ich ſoh ſie fragend an;kennt Ihr, ſagte ſie mit einigem Erſtennen,unſern Wahlſpruch nicht, den doppelſtanigen Waylſpruch der Vernons? und keunt Ihr unſer Wappenzelchen nicht, die Pfeifen? hier zeigte ſie auf das in den eichenen Schild eingegrabeue Wapp en um welches die Worte ſtanden.

Vfeifen! ſie ſeben aus, wie Pfennigpfeifen. Werdet nicht unwlllig uͤber meine Unwiſſenhelt, fuhr ich fort, ais ich die Roͤthe auf ibren Wangen ſtetgen ſah.Ich kann numöoglich dadurch Euer Wapven ſchmaͤhen, denn ich kenne mein eigenes nicht. 3

Ibr, ein Osbaldiſtone, geſteht das ſelbſü! rief ſie aus.Percte, Thornie, John, Richard, Wilfred ſelbſt könnte Euer Lehrer ſein. Ja die Unniſſenheit ſelbſt koͤnnte ſich mit Euch meſſen.

Mit Schaam bekenne ich, meine theure Miß Vernon, die Geheimniſſe, welche die griimmigen Hieroglyphen der Wappenkunde verbergen, ſind for mich eben ſo unleſerlich, als die auf den Pyramiden Egyptens.

Wie? iſt das moͤglich? Mein Oheim ſelbſt liest manchmal in euer indernacht Ewillym's Wappenkunde, nicht die Wa⸗ zuren zu kennen? woran hat denn Euer Vater gedacht?

An die Zahlenſigzuren, antwortete ich;die unbe⸗ deutendſte Verbindung berſelben ſchaͤtzt er hoͤher, als alle

*) Entweder:Vert on wüd immer grünen, oder,der Fruͤhlina wied nicht inmer grünen. 1