ſeinen Mauern enthaltene Gelehrſamkeit nickt geſchuͤtzt war. Die zerriſſenen Tapeten, die von den Wuͤrmern an⸗ gefreſſenen Huͤcherbretter, die ungebeuern, plumpen und doch wankenden Tiſche, Pulte und Stuühle und der von Roſt an⸗ gefreſſene Kaminheerd zeigten die Verachtung der Beſitzer von Osbaldiſtone⸗Hall gegen die Schaͤtze der Geleyrſam⸗ keit.
„Ibr haltet dieſen Ort fuͤr etwas oͤde, glaube ich,“ ſagte Diana, als ich mich in dem verlaſſenen Gemache rund umſah;„mir aber ſcheint es ein kleines Paradies, denn es iſt mein eigen, und ſch habe hier keine Stoͤrung zu fuͤrchten. Raſhleigh war Mitbeſitzer, als wir noch Freunde waren.“
„Und Ihr ſeyd es nicht mehr?“ war meine naturliche Frage.
Ihr Zeigefinger beruͤhrte ſogleich das Gruͤbchen im Kinn, was nebſt einem ſchlauen Blicke das Fragen verbot.
„Wir ſiad noch Verbundete,“ fuhr ſie fort,„gleich andern verbuͤndeten Maͤchten durch gegenſeitiges Intereſſe verkuuͤpft, aber ich fuͤrchte, es moͤchte hier, wie in andern Faͤllen, gehen, und der Bundesvertrag de freundſchaftlichen Geſinnungen uͤberdauern, denen er ſeinen Urſprung ver⸗ dankte. Jedenfalls leben wir weniger uſammen, unk wenn er durch jene Thuͤre herein kommt, H gehe ich durch dieſe oa hinaus; da wir alſo die Entdeckung gemackt haben, daß, wenn wir beilde da ſind, einer zu viel im Zimmer iſt, ſo groß es ſcheint, ſo hat Raſhleigh, deſſen Beſchäfti⸗ gungen ihn oft anders wohin rufen, großnuͤthiger Weiſe mir alle ſeine Rechte abgetreten, ſo daß ig nun fuͤr mich allein die Studien fortzuſetzen ſuche, wobei er fruͤher mein Fuͤhrer war.“


