Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

irgend jemand wuͤßte, wie ſchwer es mir manchmal wird, mein ſchweres Herz unter einer heitern Stirne zu verber⸗ gen, Inr wuͤrder mich in der That bemitleiden. Es iſt wielleicht Unrecht, daß ich isit ſo weit gegen Euch uͤber meine Lage heraus laſſe, aber Ihr ſeyd ein verſtaͤndiger und ſchartſichtiger Mann, Ih muͤßt wuͤnſchen, uͤber die Begebenheiten dlieſes Tags hundert Fragen an mich zu machen, uͤber den Antheil, den Raſhleigh an Eurer Be⸗ freiung aus dieſer kleinen Verlegenyeit hat, uͤber man⸗ che andere Punkte, die Enre Aufmerkſamkeit erregen muͤſ⸗ ſen, und ich kann unmoͤglich Euch mit der noͤthigen Falſchheit und Feinheit antworten, es wuͤrde ſeltſam her⸗ auskommen, ich wuͤrde Eure gute Meinung verlieren, wenn ich ſie irgendebeſize, und noch dazu meine eigene. Es iſt das Beſte, Euch auf einmal zu ſagen: fragt mich nicht; das Antworten ſteht nicht in meiner Gewalt.

Miß Vernon ſprach dieſe Werte mit einem Gefuͤhl, das mich ergreifen mußte. Ich verſicherte ſie, daß ſie von mir keine zudringlichen Fragen hoͤren wuͤrde, und eben ſo wenig waͤrde ich es mißdeuten, wenn ſie die Antwort auf Fragen ablehnte, die an und fuͤr ſich vernünftig oder wenig⸗ ſtens natürlich ſeyen.Ich ſey, ſaste ich, durch den An⸗ theil, den ſie an meiner Sache nahm, ihr allzuſehr verbun⸗ den, um die Gelegenheit zu mißbrauchen, die ſich mir dar⸗ bieten koͤnnte, in ihre Augelegenheiten einzudringen, ich vertrante nur auf ſie, und baͤte ſie, wenn meine Dieuſte ihr je nützlich ſeyn koͤnnten, daß ſie ohne Zaudern gebieren moͤchte.

Ich danke Euch, ich danke Euch, erwiederte ſe;

Eure Stimme hat nicht den gewoͤhnlichen Kuckukston der Schmeichelei, ſondern toͤnt, wie die eines Mannes, der