Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

nnoon ihm nachblickend;es iſt hart, daß Perſonen von Stand

+

und Vermoͤgen den amtlichen Unverſchaͤmtheiten ſolcher elenden Ohrenblaͤfer ausgeſetzt ſind, blos weil ſie glauben, wie vor nicht viel mehr, als hundert Jahren die ganze Welt glaubte, denn ſicherlich hat unſer katholiſcher Glaube wenigſtens das hoͤhere Alter fuͤr ſich.

Ich war ſehr verſucht, vem Schurken uͤber den Kopf zu hauen, erwiederte ich.

Das waͤre ſehr uͤbereilt geweſen, ſagte Miß Ver⸗ non;und doch, waͤre meine Hand nur eine Unze ſchwe⸗ rer, ich glaube, ich haͤtte ſie ihn fuͤhlen laſſen. Nun⸗ Klagen helfen nichts, aber um dreier Dinge wihen bin ich ſeyr zu bemitleiden, wenn es irgend jemand der Muͤhe werth haͤtt, Mitleiden an mich wegzuwerfen.

Und was ſind dieſe drei Dinge, Miß Vernon?

Verſprecht Ihr mir Euer tiefſtes Mitleiden, wenn ich ſie Euch nenne?

Gewiß; koͤnnt Ihr daran zweifeln? erwiederte ich, und naͤherte mich ihr mit rem Ausdrucke einer Theil⸗ naome, die ich nicht zu verbergen ſuchte.

Gut, es iſt auf alle Fäͤlle ſehr verfuͤhreriſch, Mitleid zu finden. So hoͤrt denn meine drei Beſchwerden. Er⸗ ſtens bia ich ein Maͤdchen, und nicht ein Junge, und wuͤrde in ein Tollhaus geſverrt, wenn ich die Haͤltte von dem thaͤte, wozu ich Luſt habe; haͤtte ich dagegen das Vorrecht, wie Ihr, zu handeln, wie mir beliebt, ſo wuͤrde die ganze Welt toll vor lauter Nachahmen und Beifallrufen.

Hier kann ich Euch nicht gonz das Mitleid ſchenken, das Jor erwartet, entgegnete ich;dieß Mißneſchick iſt ſo all emein, baß es die eine Haͤlfte des Menſchengeſchlechts trißt, und die andere Haͤlfte