Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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2.

ungerechten Verdacht zu reinigen, ſo erlaſſe ich Euch die Vorſicht. Ihr werdet deßhalb ſo guͤtig ſeyn, dem Herrn Friedensrichter Inglewood zu ſagen, ob ich nicht mehrere Meilen weit mit Euch reiste, in Folge Eurer eigenen aͤngſt⸗ lichen und wiederholten Bitte und Aufforderung, die ich an jenem Abend zu Northallerton ablehnte, nachher aber annahm, als ich Euch auf dem Wege bei Cloberry Allers einholte, und ob ich nicht durch Euer Zudringen bewogen, meinen Vorſatz aufgab, nach Rothbury zu gehen, und zu meinem Ungluͤck Euch auf dem von Euch vorgeſchlagenen Wege begleitete.

Leider wahr! antwortete Morris, das Haupt ſeu⸗- kend, als er die lange Frage Campbells kurz und mit klaͤg⸗ licher Folgſamkeit beantwortete.

Nun, dann koͤnnt Ihr auch wahrſcheinlich den acht⸗ baren Herrn verſichern, daß niemand beſſer im Stande iſt, von dieſem Vorfalle Zeugniß abzulegen, als ich, da ich waͤhrend des ganzen Vorfalls ſo nahe bei Euch war?

In der That, niemand iſt es beſſer im Stande, ſagte Morris mit einem tiefen, verlegenen Seufzer.

Ei, den Teufel, warum habt Ihr ihm denn nicht Beiſtand geleiſtet? ſagte der Friedensrichter,nach Herrn Morris Erzaͤhlung waren es ja nur zwei Raͤuber, ſo wa⸗ ret Ihr ja zwei gegen zwei, und Ihr beide ſeid doch ſtark und ruͤſtig.

Ertaubt, edler Herr, antwortete Campbell,ich bin mein Lebenlang ein reblicher, ruhiger Mann geweſen, zu Haͤudeln und Schlaͤgereien nie geneigt. Herr Morris, der, wie ich hoͤre, zu ſeiner Majeſtaͤt Armee gehoͤrt, oder ge⸗ hoͤrt hat, haͤtte nach Belieben Widerſtand leiſten mögen, da er, wie ich gleichfalls hoͤrre, mit einem anſehnlichen