Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Schatze reiste; ich aber hatte nur mein bischen Eigenthum zu vertheidigen, und als ein Mann von friedlicher Beſchaͤf⸗ tigung wollte ich mich nicht in Gefahr begeben. Bei dieſen Worten blickte ich Campbell an, und erin⸗

nere mich nie einen ſo ſonderbaren Contraſt geſehen zu haben, als zwiſchen der trozigen Keckheit in ſeinen harten Zuͤgen und der angenommenen Schwaͤche und Einfalt in ſeiner Sprache. Um die Mundwinkel ließ ſich ſogar ein

leichtes kroniſches Laͤcheln bemerken, das, eben weil es ganz unabſichtlich ſich zeigte, die Verachtung der ruhigen und friedlichen Geſinnung auszudruͤcken ſchien, die er anzuneh⸗ men fuͤr gut fand, und mich auf den ſonderbaren Verdacht brachte, ſein Antheil an der gegen Morris veruͤbten Gewalt⸗ that ſey gar nicht der eines Leidensgefaͤhrten, oder auch nur eines bloſen Zuſchauers.

Dem Friedensrichter mochte ein aͤhnlicher Verdacht in dieſem Augenblick durch den Kopf gehen, denn er rief ploͤz⸗ lich aus:Meiner Treu! das iſt eine ſeltſame Geſchichte.

Der Schotte mochte ahnen, was in ſeiner Seele vor⸗ gieng, denn er aͤnderte Ton und Benehmen, und ließ aus ſeinem Geſichte etwas von der heuchleriſchen Demuth ver⸗ ſchwinden, die ihn dem Verdacht ausgeſetzt hatte, und ſagte

mit einem freiern und unbefangeneren Tone:Die Wahr⸗

heit zu ſagen, ich bin einer von den ſittigen Leuten, die nicht fechten moͤgen, wenn ſie nicht wiſſen, wofuͤr, und dieß war gerade bei mir der Fall, als ich mit dieſen Burſchen zuſammentraf. Aber damit Ihr ſehet, edler Herr, daß ich ein Mann von gutem Ruf und Charakter bin, ſo werft nur gefäͤlligſt einen Blick auf dieſes Blatt.

Herr Inglewood nahm es aus ſeiner Hand, und las halblaut:Es wird hiemit beſcheinigt, daß der Vorzeige