Teil eines Werkes 
100. Band, Robin der Rothe : 1. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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ſagte er mit leiſer Stimme, das Uebrige verlor ſich in ein Gefluͤſter. 3

Der Friedensrichter erwiederte laut:ich ſage dir, nein, Menſch, nein, es geſchleht nichts, bis du zuruͤck biſt, es iſt ja nur ein Ritt von ein Paar Meilen. Gebt die Flaſche weiter, Herr Morris, ſeyd nicht niederge⸗ ſchlagen, Herr Osbaldiſtone, und Ihr, meine wilde Roſe, einen Becher Wein, um die Roſen auf Euren Wangen wieder aufzufriſchen.

Diana fuhr aus einer Traͤumerei auf, in die ſie waͤh⸗ rend der Unterredung verſunken ſchien.Nein, Herr Frie⸗ densrichter, ich moͤchte die Roͤthe nicht auf einen Theil meines Geſichtes verſetzen, wo ſie ſich nicht gut ausneh⸗ men wuͤrde. Aber ich will Euch in einem kühleren Tranke Beſcheid thun; mit dieſen Worten fuͤllte ſie ein Glas mit Waſſer, und trank es mit einer unruhigen Haſtigkeit aus, die ihre angenommene Froͤhlichkeit Luͤgen ſtrafte.

Ich hatte indeß nicht viel Zeit, um Bemerkungen uͤber ihr Benehmen zu machen, da ſch uͤber die neuen Hinder⸗ niſſe einer augenblicklichen Unterſuchung der widerwaͤrtigen und unverſchaͤmten Anklage aͤrgerlich war. Aber es war keine Moͤglichkeit, den Friedensrichter zu bewegen, die Sache in Abweſenheit ſeindès Schreibers vorzunehmen, die ihm offenbar ſo viel Vergnuͤgen machte, als den Schulkna⸗ ben efn Feiertag. Er wollte mit Gewalt Froͤblichkeit in eine Geſellſchaft bringen, deren Mitglieder weder durch ibre augenblickliche Lage, noch durch ihre Beziehung zu einander zur Freude geſtimmt waren.Kommt, Herr Morris, Ibr feyd ja nicht der erſte Mann, der beraubt wurde, Kummer erſetzt den Verluſt nicht, und Ihr, Herr Franz Osbaldiſtone, ſeyd auch nicht der erſte Wild⸗