44 die minder bevoͤlkerten entfernteren Diſtrickte von jenen berittenen Raͤubern unſicher gemacht, die man vielleicht ei⸗ nes Tages gar nicht mehr kennt, und welche ihr Gewerbe mit einer gewiſſen Hoͤflichkeit trieben, ſo daß ſie ſich, wie Gibbet in dem Luſtſpiele„Stutzerliſt“ ruͤhmen konnten, ſie ſeyen die wohlerzogenſten Leute auf der Landſtraße⸗ und benehmen ſich bei der Ausuͤbung ihres Beruſs mit aller erforderlichen Huflichkeit. Ein junger Mann in mei⸗ ner Lage war deßhalb nicht berechtigt, uͤber den Mißgriff ſehr ungehalten zu ſeyn, ihn mit dieſen wuͤrdigen Raͤuvern in eine Claſſe zu ſetzen.
Auch war ich nicht beleidigt, im Gegentheil fand ich eine Beluſtigung dabei, den Verdacht meines furchtſamen Reiſegefaͤhrten bald zu erwecken, bald in Schlaf zu wiegen und dadurch dieſes Gehirn noch mehr zu verwirren, das ſchon von Natur nicht zu den klarſten gehoͤrte, und Furcht⸗ ſamkeit noch meyr geſchwaͤcht hatte. Wenn mein unbefan⸗ genes Geſpraͤch ihn in voͤllige Sicherheit gewiegt hatte, ſo bedurfte es nur einer Zwiſchenfrage nach der Richtung ſeiner Reiſe, oder üͤber die Art ſeines Geſchaͤftes, um ſei⸗ nen Argwohn ſogleich wieder anzuregen. Ein Geſpraͤch uͤber die Starte und Geſchwindigkeit unſerer Pferde nahm z⸗ B. folgende Wendung:
„O, Herr,“ ſagte, mein Gefaͤhrte,„was den Galloy betrifft, das gebe ich zu; aber erlaubt mir, Euer Pferd (ein ſchoͤner Wallach, das muß man ſagen) hat zu ſchwa⸗ che Knochen, um ein guter Traber zu ſeyn. Der Trab, Herr⸗(hier gab er ſeinem Bucephalus die Sporen) der Trab iſt der rechte Gang fuͤr ein Miethpferd, und waͤren
wiir nahe an einer Stadt, ſo moͤchte ich wohl einmal Eueru


