Teil eines Werkes 
100. Band, Robin der Rothe : 1. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

tigen Punkts zwiſchen uns herbeifuͤhren. Ich uͤberlegte ſchon in wie weit ich ihm nachgeben, und auf welchen Ar⸗ tikeln unſers vermeintliwen Traktats ich beſtehen wuͤrde; das Refultat war nach meiner Rechnung, daß ich in alle meine Sohnes Rechte wieder eingeſetzt wurde, und nur mit einer ſcheinbaren Nachgiebigkeit eine leichte Strafe erduldete, um fuͤr meine Empoͤrung zu buͤßen. 4 Inzwiſchen war ich Herr meiner ſelbſt, und genoß das Gefuͤhl der Unabhaͤngigkeit, der die bebende Bruſt des Juͤnglings halb freudig, halb furchtſam ſich oͤffnete. Meine Boͤrſe, obgleich keineswegs reichlich gefuͤllt, war doch im Stande, alle Beduͤrfniſſe und Wuͤnſche eines Reiſenden zu befriedigen. Ich hatte mich ſchon in Bordeaur gewoͤhnt, einen Diener zu entbehren. Mein Pferd war friſch, jung und munter, und mein leichter Muth gewann dald die Oberhand uͤber die truͤben Betrachtungen, mit denen mei⸗ ne Reiſe begann. Wenn der Weg mehr Gegenſtaͤnde der vernuͤnftigen Wißbegierde dargeboten haͤtte, oder durch ein fuͤr den Reiſenden intereſſanteres Land gegangen waͤre, ſo wuͤrde ich in der That vergnuͤgt geweſen ſeyn. Aber der Weg nach Norden war damals und iſt vielleicht noch in dieſer Hinſicht ſehr duͤrftig ausgeſtattet; auch glaube ich nicht, daß man in irgend einer andern Richtung ſo weit durch England reiſen kann, wo man nicht mehr der Aufmerk⸗ ſamkeit wuͤrdige Gegenſtaͤnde faände. Meine Stimmung aber blieb ſich, trotz meiner angenommenen Zuverſicht nicht immer gleich. Auch die Muſe,— die wahre Cpquette, die mich in dieſe Wildniß gelockt hatte, verkieß mich gleich andern ihrer, Art, ieben dauich ſiet am muͤthigſten abrauchte, und ich wuͤrdr in einen ſehr unangenehmen Truͤb⸗

—