Teil eines Werkes 
47. Band, Ivanhoe : 5. Theil (1827)
Entstehung
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Leben weihe, wird mein Troͤſter ſein, wenn ich ſei⸗ nen Willen thue. 28

Habt Ihr denn Kloͤſter, daß du dich in eins derſelben zuruͤckziehen koͤnnteſt? fragte Rowena.

Nein, Lady, antwortete die Juͤdinn,aber unter unſerem Volk hat es ſeit Abrahams Zeiten Frauen gegeben, welche ihre Gedanken dem Himmel weihten, und ihr Thun Werken der Menſchenliebe, der Pflege der Kranken, dem Speiſen der Hungri⸗ gen und dem Troͤſten der Betruͤbten. Unter dieſe ſoll Rebekka gezaͤhlt werden. Sage dieß deinem Ge⸗ mahl, ſollte er nach dem Schickſal derjenigen fragen, der er das Leben rettete.

Ein unwillkuͤhrliches Beben in Rebekkens Stim⸗ me und eine Innigkeit in ihrem Ton verrieth viel⸗ leicht mehr als ſie wuͤnſchte. Sie eilte, von Rowe⸗ ua Abſchied zu nehmen. Leb wohl! ſprach ſie. Moͤge er, der Juden und Chriſten ſchuf, ſeine be⸗ ſten Segnungen uͤber dich ergießen!Die Bar⸗ ke, die uns von hinnen traͤgt, kann unter Segel ſein, ehe wir den Hafen erreichen!

Sie glitt aus dem Zimmer und ließ Rowena in einem Staunen zuruͤck, als waͤre ein Traumgeſicht vor ihr voruͤbergegangen. Die ſchoͤne Saͤchſinn be⸗ richtete die ſonderbare Unterredung ihrem Gemahl, auf deſſen Gemuͤth ſie einen tiefen Eindruck machte. Lange und glärklich lebte er mit Nowena, denn ſie waren ſich mir der reinſten Liebe zugethan, und