Teil eines Werkes 
47. Band, Ivanhoe : 5. Theil (1827)
Entstehung
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zuruͤckreichend,ich kann unmoͤglich ein Geſchenk von ſolchem Werthe annehmen. Nehmt es, Lady, entgegnete Rebekka. Ihr habt Macht, Rang, Einfluß, Gewicht; wir haben Schaͤtze, die Quelle ſowohl unſrer Kraft als Schwaͤche; der Werth dieſer Spielſachen anch zehn⸗ fach erhoͤht, wuͤrde nicht halb ſo viel vermoͤgen, als Euer leiſeſter Wunſch. Fuͤr Euch hat dieſe Gabe nur geringen Werth und fuͤr mich, die ich ſiegele, noch viei weniger. Laßt mich nicht glauben, daß Ihr ſo niedrig von meinem Volke denkt, als Euer gemeineres Volk. Glaubt Ihr, daß ich dieſe ſchimmernden Steinchen hoͤher als meine Freiheit ſchaͤtze? oder daß mein Vater ſie in Anſchlag bringt gegen die Ehre ſeines einzigen Kindes? Nehmt ſie, Lady, mir ſind ſie oh⸗ ne Werth. Nie werd' ich wieder Edelſteine tragen! So ſeid Ihr denn ungluͤcklich? fragte Rowe⸗ na, von dem Ausdruck der lezten Worte Rebekkens ergriffen.Bleibt bei uns! der Rath heiliger Maͤnner wird Euch von Eurem ungluͤcklichen Geſez⸗ ze abwenden, und ich will Euch Schweſter ſein! Nein, Lady, antwortete Rebekka, mit derſel⸗ ben ruhigen Schwermuth in ihrer ſanſten Stimme und in ihren reizenden Zuͤgen,das kann nicht ſein. Ich kann den Glauben meiner Vaͤter nicht wechſeln wie ein Kleid, das nicht mehr paßt fuͤr den Himmel, unter dem ich wohnen ſoll, und ungluͤcklich, Lady, werd' ich nicht ſein. Er, dem ich mein kuͤnftiges