Wunden und in ſeinem ungluͤck vergolten. Sprich, gibt es etwas, worin er und ich Dir dienen koͤnnen?“ „Nichts!“ antwortete Rebekka ruhig;„doch bitt⸗ ich Euch, ihm mein dankbares Lebewohl zu ſagen.“ „So wollt Ihr denn England verlaſſen?“ fragte Rowena, kaum ſich von ihrem Erſtaunen uͤber dieſen ungewoͤhnlichen Beſuch erholend.
„Ich verlaſſe es, Lady, ehe der Mond wieder wechſelt; mein Vater hat einen Bruder, der bei Mu⸗ hammed Boaddil, Koͤnig in Grenada in hoher Gunſt ſteht.— Dorthin gehen wir, um gegen Entrichtung
eines Schutzgeldes, das die Moslem von unſrem
Volke fordern, Schutz und Frieden zu finden.“
Findet Ihr aber in England nicht denſelben Schutz?“ fragte Rowena.„Mein Gemahl ſteht in Gunſt bei dem Koͤnig— der Koͤnig ſelbſt iſt gerecht und edelmuͤthig.“
„Lady,“ entgegnete Rebekka,„ich zweifle nicht daran— aber Englands Volk iſt ein ſtolzes Geſchlecht, das ſtets mit, dem Nachbar oder ſich ſelbſt Kriege fuͤhrt, wo man immer bereit iſt, dem Gegner das Schwert in die Seite zu ſtoßen. Das iſt kein ſicherer Auf⸗ enthalt fuͤr die Kinder meines Volkes. Ephraim iſt eine muthloſe Taube— Iſaſchar ein gedruͤckter Sklave, der zwiſchen zwei Laſten einherwankt. In keinem Lande des Kriegs und des Blutes, von feind⸗ ſeligen Nachbarn zumringt und durch innern Zwie⸗


