Teil eines Werkes 
47. Band, Ivanhoe : 5. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

terlich waͤre— Dieß koͤnnte ich wuͤnſchen, Rebekka,

um Dir im Leben nahe zu ſtehen, und dem furcht⸗ baren Antheil zu entgehen, den ich an Deinem Tode nehmen ſoll.“

Du ſprichſt von Juden,“ entgegnete Rebekka, „wie ſie die Verfolgung derer, die Dir gleichen, ge⸗ macht hat. Der Himmel hat ſie in ſeinem Zorn aus ihrem Vaterland vertrieben; Erwerbfleiß iſt der einzige Weg zur Macht und zum Einfluß, den ihnen die unterdrückung offen ließ. Lest die alte Geſchichte vom Volke Gottes, und ſagt mir, ob jene, durch welche Jehova ſo große Wunder unter den Voͤlkern that, ein Volk von Elenden und Wu⸗ cherern waren?— Wiſſe, ſtolzer Ritter, wir ha⸗ ben Geſchlechter aufzuweiſen, gegen deren Alterthum der geprieſene Adel Eures Nordlandes wie die Kuͤr⸗ bis gegen die Ceder iſt— Namen, die weit in jene hoch erhabenen Zeiten zuruͤckgehn, wo die Gegenwart Gottes den Gnadenſtuhl zwiſchen den Cherubim er⸗ füllte, und welche ihren Glanz nicht von irdiſchen Fuͤrſten ableiten, ſondern von jener majeſtaͤtiſchen Stimme, die einſt ihre Vaͤter vor das Antlitz Got⸗ tes rief. Das waren die Fuͤrſten vom Hauſe Jakobs.“

Rebekka's Wange faͤrbte ſich hoͤher, als ſie den alten Ruhm ihres Geſchlechts beſchrieb, aber ſie er⸗ dleichte, als ſie mit einem Seufzer hinzufuͤgte:„Dieß waren die Fuͤrſten Juda's, nun ſind ſie es nicht mehr! — ſie ſind niedergetreten, wie das abgemaͤhte Gras