laͤnger in dem Lande der Blutſchuld und Grauſam⸗
keit, alter Mann! wende Dich nach Cordova, wo
Dein Bruder ruhig lebte unter dem Schatten eines Thrones, unter dem Schatten des Thrones Boabdils des Sarazenen; denn weniger grauſam iſt das Ver⸗ fahren der Mauren gegen das Geſchlecht Jakobs, als das der Nazarener in England.“
Mit leidlicher Faſſung hoͤrte Iſaak der Vorle⸗ ſung Ben Samuels zu, dann uͤberließ er ſich aber ganz den Gebaͤrden und dem Jammergeſchrei der
Morgenlaͤnder, zerriß ſeine Kleider, ſtreute Staub
auf ſein Haupt und ſchrie:„O meine Tochter! meine Tochter! Fleiſch von meinem Fleiſch! Gebein von mei⸗ nem Gebeine!“
„Faſſe Muth, Iſaak!“ ſprach der Rabbi;„denn Dein Kummer hilft Dir nichts. Umguͤrte Deine Lenden und ſuche Wilfried, den Sohn Cedrics auf. Wieleicht vermag ſein Rath oder ſeine Kraft Dir zu helfen; denn der Juͤngling hat Gnade gefunden in A
den Augen Richards, von den Nazarenern Loͤwenherz genannt, und die Sage von ſeiner Ruͤckkehr erhaͤlt ſich fortwaͤhrend im Lande. Vielleicht erhaͤlt er von ihm Brief und Siegel, wodurch dieſen blutgierigen Men⸗ ſchen, die zur Schande des Tempels ſeinen Namen fuͤhren, gebietet, in ihrer beabſichtigten Bosheit nicht weiter zu gehn.“
„Ich will ihn aufſuchen,“ ſprach Iſaak;„denn
ner Tochter beraubt werden ſollſt, ſo verweile nicht
4
3


