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ren Veſchuldigungen nicht gegen ihn kehren. Auf dich ſelbſt— auf dich, Brian de Bois Guilbert, berufe ich mich, daß alle dieſe Anklagen eben ſo falſch und verleumderiſch, als ungeheuer ſind?“
Es entſtand eine Pauſe, aller Augen wandten ſich auf Brian de Bois Guilbert.— Er ſchwieg.—„Sprich, wenn du ein Mann biſt,“— fuhr Rebekka fort— „wenn du ein Chriſt biſt, ſprich! ich beſchwoͤre dich bei dem Gewand, das du traͤgſt, bei dem Namen, den du entehrſt— bei dem Ritterthum, deſſen du dich ruͤhmſt— bei der Ehre deiner Mutter— bei dem Grabe und den Gebeinen deines Vaters— be⸗ ſchwoͤre ich dich, zu ſagen, ob dieſe Beſchuldigungen der Wahrheit gemaͤß ſind?“
„Antworte ihr, Bruder,“ ſprach der Großmeiſter, „wenn der Feind, mit dem du ringſt, es dir verſtattet.“
In der That ſchien Bois Guilbert von widerſtrei⸗ tenden Leidenſchaften, die ſeine Zuͤge krampfhaft ver⸗ zerrten, beſtuͤrmt zu werden, und nur mit faſt er⸗ ſtickter Stimme vermochte er, auf Rebelka blickend, die Worte hervorzuſtammeln:„das Blatt! das
Blatt!“
„Ja,“ ſprach Beaumanoir,„in der That ein Be⸗ weis!— das Opfer ihrer Zauberkuͤnſte kann blos den Namen des ungluͤcklichen Blattes erwaͤhnen, das ohne Zweifel den Zauberbann enthaͤlt, der Urſache ſeines Schweigens iſt!“
Allein Rebekka deutete die Bois Guilbert abge⸗


