Teil eines Werkes 
46. Band, Ivanhoe : 4. Theil (1827)
Entstehung
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Euer Mitleid anzuſlehen, ſprach die liebens⸗ wuͤrdige Judinn mit etwas bebender Stimme,wuͤrde ebenſo fruchtlos ſein, als ich es meiner unwuͤrdig glaube, anzufuͤhren, daß Huͤlfe und Beiſtand einem, wenn auch nicht gleichglaͤubigen Kurtein geleiſtet, dem Stifter beider Religionen nicht in iüßilig ſein koͤnne, einzuwenden, daß viele Dinge, welche dieſe Men⸗ ſchen(denen der Himmel vergeben moͤge) aufge⸗ bracht haben, durchaus unmoͤglich ſind, wuͤrde mir gleichfalls nicht zu Statten kommen, da Ihr ſie glauben moͤget; noch minder moͤchte es mir von Nutzen ſein, Euch darauf aufmerkſam zu machen, daß die Eigenthuͤmlichkeiten meiner Tracht, meiner Sprache und meiner Sitten, die meines Vol⸗ kes ſind ich wuͤrde ſagen, meines Landes allein

wir haben ja kein Vaterland! Auch will ich mich

nicht vertheidigen, auf Koſten meines Unterdruͤckers, der dort ſteht und den Erdichtungen lauſcht, wo⸗ durch der Tyrann zum leidenden Opfer verwandelt werden ſoll. Gott ſei Richter zwiſchen ihm und mir! Aber lieber wollt ich zehn ſolcher Tode, wie der iſt, den Ihr fuͤr mich beſtimmen werdet, erdulden, als in das, was dieſer Belialsſohn von der Unbe⸗ freundeten, Huͤlfloſen und Gefangenen begehrte, zu willigen. Aber er iſt Eures Glaubens, und die geringſte Verſicherung von ſeiner Seite wuͤrde die feierlichſten Schwuͤre der urgluͤcklichen Juͤdinn uͤber⸗

wiegen. Ich will die gegen mich vorgebrachten ſchwe