Teil eines Werkes 
46. Band, Ivanhoe : 4. Theil (1827)
Entstehung
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127 ſolche Seelenhirten, wie dieſen Aymer haben.— Und was meint er mit dieſer Here von Endor?“ fragte er ſeinen Vertrauten etwas bei Seite.

Konrad war beſſer als ſein Oberer(vielleicht aus Erfahrung) mit den Kunſtausdrucken damaliger Ga⸗ lanterie bekannt, und erklaͤrte ſomit die verfaͤngliche Stelle als eine Redensart, deren ſich die Weltleute fuͤr Perſonen bedienten, die ſie par amours liebten; allein dieſe Erklaͤrung befriedigte den bigotten Beau⸗ manoir nicht.

„Dahinter ſteckt mehr, als du glaubſt, Konrad; dein einfacher Sinn kann den tiefen Abgrund von Ver⸗ worfenheit nicht ergruͤnden. Dieſe Rebekka von York

war eine Schuͤlerinn Miriams, von der du auch ſchon

gehoͤrt haſt.“

„Der Jude ſelbſt ſoll es dir ſagen;“ und ſo ſich an den Juden wendend, fragte er ihn laur:„Deine Tochter iſt alſo die Gefangene Brian de Bois Guil⸗ berts?“

„Ja, hochwuͤrdiger, geſtrenger Herr, und was auch immer fuͤr ein Loͤſegeld ein armer Mann bezahlen kann“—

„Still!“ ſprach der Großmeiſter.„Hat deine Toch⸗ ter nicht die Heilkunde ausgeuͤbt, hat ſie nicht?—

„Ja, gnaͤdiger Herr, Ritter und Meoman, Knappe und Vaſall werden ſegnen die goͤttliche Gabe, die der Himmel ihr verliehen hat. Viele koͤnnen es bezeu⸗ gen, daß ſie durch ihren Beiſtand geneſen ſind, wo